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Wienburgpark, Münster
 

Als attraktives Naherholungsgebiet der nördlichen Stadtteile von Münster ist von 1986 bis 1987 auf den ursprünglich landwirtschaftlich genutzten Flächen des ehemaligen Gutes Nevinghoff der Wienburgpark entstanden.

Externe ID: T-P363L301-20080502-0004
Erfassungsdatum: 02.05.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2002: Wienburgpark

Zugehöriges Objekt

Wienburgpark, Münster (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Münster; die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; etwa 2 ­km nördlich der Altstadt von Münster; etwa 26 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Als attraktives Naherholungsgebiet der nördlichen Stadtteile von Münster ist von 1986 bis 1987 auf den ursprünglich landwirtschaftlich genutzten Flächen des ehemaligen Gutes Nevinghoff der Wienburgpark entstanden. Die Anlage schließt sich direkt südlich an den Barockgarten von Haus Wienburg an. Schon seit Mitte der 1960er Jahre gab es erste Planungen zur Anlage eines Stadtparkes in diesem Gebiet. Im Auftrag der Stadt erstellte der namhafte Gartenarchitekt und Landschaftsplaner Professor Heinrich Friedrich Wiepking-Jürgensmann ein Grünkonzept, das eine naturnahe Erholungslandschaft mit Wiesen, Spiel- und Sportanlagen, einem Freibad, mehreren Kleingartenanlagen und einem großen See mit mehr als 10 Hektar Wasserfläche vorsah. Mit Professor Wiepking beauftragte die Stadt einen Grünplaner, der bereits seit den 1920er Jahren von "völkischen" und rassistischen Wertvorstellungen geprägt war. Als einer der führenden Garten- und Landschaftsplaner des NS-Regimes arbeitete er zugleich als Sonderbeauftragter von Heinrich Himmler, dem Reichsführer der SS. Trotz dieser Vergangenheit setzte Wiepking seine Karriere auch in der Nachkriegszeit fort. Als Mitbegründer der Höheren Gartenbauschule in Osnabrück und der Hochschule für Gartenbau und Landeskultur in Hannover schuf er die Voraussetzungen für die Ausbildung nachfolgender Generationen von Grünplanern. Auch nach seiner Emeritierung in den späten 1950er Jahren, er war bis dahin als Direktor am Institut für Landespflege, Landschaftskultur und Gartengestaltung der Technischen Hochschule in Hannover tätig, bekam er für seine Leistungen hohe Auszeichnungen. Beim Wienburgpark kam, nach zwei weiteren Planungsphasen in den 1970er Jahren, im darauffolgenden Jahrzehnt eine naturnahe, ökologische Planung des städtischen Gartenbauamtes zur Ausführung. Ziel der Planung war es, die Anlage mit Beteiligung der Naturschutzverbände als Ausdruck eines zeitgemäßen Natur- und Umweltbewusstseins zu gestalten. Anstelle vorheriger Ackerflächen und Pappelmonokulturen, sie waren durch eine auffallende Artenarmut an Pflanzen und Tieren gekennzeichnet, sollte der Arten- und Naturschutz den gleichen Stellenwert bekommen wie die Nutzung als Freizeit- und Naherholungsgebiet.

Gebäude und Ausstattung
Möglichst nah der benachbarten Wohnbebauung im Süden wurde ein 6000 ­qm großer Kinderspielplatz angelegt. Nur hier ist im Park ein relativ intensiver Ausbau mit Sitzgelegenheiten, Schutzhütte, Seilbahn und Geräten mit großem Platzbedarf vorgenommen worden. Der Spielplatz liegt auf einem künstlichen Hügel, der im Winter auch als Rodelhang genutzt werden kann. Vor einigen Jahren wurde am westlichen Rand des Parks ein zweckmäßiges Sport- und Freizeitgelände für Jugendliche und junge Erwachsene angelegt. Hier ermöglichen Spielflächen für Beachvolleyball und Basketball, eine Scateranlage und mehrere Lagerfeuerplätze die aktive körperliche Betätigung.

Art der Grünanlage
Stadtpark

Beschreibung
Heute ist der Wienburgpark in vier Bereiche aufgeteilt. Von einem Feuchtbiotop mit Auenwaldbereich im Osten geht die Gestaltung in eine offene Parklandschaft über, an die sich westlich eine Freizeit- und Sportanlage anschließt und schließlich im Süden durch einen großen Kinderspielplatz ergänzt wird. Der Bereich des Feuchtbiotops und des Auenwaldes wird durch Wasserflächen und Wassergräben am alten Verlauf der Aa gekennzeichnet. Anstelle einer Pappelplantage ist der Auenwald mit standortgerechten Baumarten wie Erle, Esche und Eiche bepflanzt. Die unterschiedlichsten Sumpf- und Wasserpflanzen finden im großen Feuchtbiotop beste Standortvoraussetzungen vor. Feuchtbiotope weisen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere den größten Artenreichtum in ganz Mitteleuropa auf. Durch möglichst geringe Eingriffe und Störungen soll hier die Artenvielfalt der Flora und Fauna erhalten bleiben. Die Feuchtgebiete und der Auenwald werden mit einem Rindenmulchweg für die stille Naturbeobachtung erschlossen. Für mehr als die Hälfte der Fläche des Wienburgparkes diente das Ideal der Parklandschaft des Münsterlandes als Vorbild für die Gestaltung. Hier wechseln sich einzelne Bäume, Baumgruppen, Hecken und Wallhecken mit kleineren Waldstücken und Äckern oder Grünland als gliedernde Strukturelemente ab. Ein kleiner, von Kopfweiden gesäumter Tümpel, weite Blumenwiesen und ein leicht wellig modelliertes Gelände vervollständigen das Bild dieser abwechslungsreichen Kulturlandschaft. Im Norden ermöglicht ein Aussichtshügel mit einer Schutzhütte den weiten Blick über den Park auf die Türme der Stadt. Als Hauptwegeverbindung wird in diesem Parkbereich jeweils ein Asphaltweg für Radfahrer und ein davon getrennt verlaufender Fußweg mit Rindenmulchbelag benutzt.

Literaturangaben

  • Gröning, Gert / Wolschke-Bulmahn, Joachim (1997): Grüne Biographien. Biographisches Handbuch zur Landschaftsarchitektur des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Berlin-Hannover.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems [ein Projekt im Rahmen der Regionale 2004 links und rechts der Ems]. Münster-Hiltrup, Seite 98 - 99.
  • Der Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Amt für Grünflächen und Naturschutz (Hrsg.) (1988): Stadtpark Wienburg. Münster.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) et al. (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems (regionaler Reiseführer). Münster-Hiltrup, Seite 41 - 43.
Externe ID: LWL-GUP00243
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Volkspark, Stadtpark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: gering - ist einen Besuch vor Ort wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1986 - 1987
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10030868


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2002: Wienburgpark
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2002: Wienburgpark
2003: Münster
1897: Münster