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Garten- und Parkanlagen der LWL-Klinik Münster
 

1852 hatte sich mit Erlaubnis des münsterischen Bischofs Johann Georg Müller in Warendorf eine "Gesellschaft des heiligen Herzens Jesu" niedergelassen. 1856 erwarben die Schwestern im Norden von Münster das Gut Niehoff, genannt Havixburg, und begannen 1864 mit dem Bau eines Klosters. Die Marienthal benannte Klosteranlage wurde 1866 vollendet. Mit dem Verbot des Ordens im Jahre 1873 mussten die Schwestern das Kloster wieder aufgeben. Marienthal ging in den Besitz des Freiherrn Clemens von Twickel über. 1877 erwarb der Provinzialverband Westfalen das frühere Kloster und richtete in dem Hauptgebäude die "Westfälische Provinzial- und Pflegeanstalt Marienthal" für psychatrisch kranke Menschen ein. 1878 kamen die ersten Patienten, deren Pflege neben dem Anstaltspersonal auch die Clemensschwestern übernahmen. Neben dem Hauptgebäude und der Ökonomie wurden in den nachfolgenden Jahrzehnten zahlreiche Anstaltsgebäude und Wohnhäuser für Ärzte, Pflegekräfte und sonstige Bedienstete errichtet. 1944 wurde ein großer Teil der Gebäude bei Bombenangriffen beschädigt oder vollständig zerstört. In der Nachkriegszeit baute man die Anstalt neu auf, und bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde die gesamte Anlage umfassend erneuert und modernisiert. Die LWL-Klinik Münster ist heute ein Zentrum für psychiatrische Behandlung, Betreuung und Pflege. Aufgabe ist die bestmögliche Behandlung und Wiedereingliederung psychisch Kranker in ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben im familiären, sozialen und beruflichen Bereich sowie die Betreuung von hilfsbedürftigen Menschen im Wohnverbund und im Haus der Pflege.

Externe ID: T-P363L301-20080425-0002
Erfassungsdatum: 25.04.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2002: Garten- und Parkanlagen der LWL-Klinik Münster

Zugehöriges Objekt

Garten- und Parkanlagen der LWL-Klinik Münster (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Landschaftsverband Westfalen-Lippe; die Außenanlagen sind öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; etwa 1 ­km nördlich der Altstadt; etwa 12 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
1852 hatte sich mit Erlaubnis des münsterischen Bischofs Johann Georg Müller in Warendorf eine "Gesellschaft des heiligen Herzens Jesu" niedergelassen. 1856 erwarben die Schwestern im Norden von Münster das Gut Niehoff, genannt Havixburg, und begannen 1864 mit dem Bau eines Klosters. Die Marienthal benannte Klosteranlage wurde 1866 vollendet. Mit dem Verbot des Ordens im Jahre 1873 mussten die Schwestern das Kloster wieder aufgeben. Marienthal ging in den Besitz des Freiherrn Clemens von Twickel über, der es in mehrere Wohnungen aufteilte und an eine Sommerwirtschaft vermietete. 1877 erwarb der Provinzialverband Westfalen das frühere Kloster und richtete in dem Hauptgebäude die "Westfälische Provinzial- und Pflegeanstalt Marienthal" für psychatrisch kranke Menschen ein. 1878 kamen die ersten Patienten aus den überbelegten Anstalten Lengerich und Marsberg nach Münster. Die Pflege übernahmen neben dem Anstaltspersonal auch die Clemensschwestern. Neben dem Hauptgebäude und der Ökonomie wurden in den nachfolgenden Jahrzehnten zahlreiche Anstaltsgebäude und Wohnhäuser für Ärzte, Pflegekräfte und sonstige Bedienstete errichtet. Bis 1896 war die Anstalt für alle Konfessionen offen und danach nur noch für katholische Kranke bestimmt. Zur NS-Zeit wurde ein Teil der Anstalt beschlagnahmt und für die Heeresstandortverwaltung und weitere Einrichtungen genutzt. 1944 wurde ein großer Teil der Gebäude bei Bombenangriffen beschädigt oder vollständig zerstört. In der Nachkriegszeit baute man die Anstalt neu auf und bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde die gesamte Anlage umfassend erneuert und modernisiert. Die LWL-Klinik Münster ist heute ein Zentrum für psychiatrische Behandlung, Betreuung und Pflege. Aufgabe ist die bestmögliche Behandlung und Wiedereingliederung psychisch Kranker in ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben im familiären, sozialen und beruflichen Bereich sowie die Betreuung von hilfsbedürftigen Menschen im Wohnverbund und im Haus der Pflege.

Gebäude und Ausstattung
Im 2. Weltkrieg wurde ein Teil der Klinikgebäude mit dem 1866 nach Plänen des Baumeisters Emil von Manger in neugotischen Bauformen errichteten Kloster zerstört. An der Stelle des ehemaligen Klostergebäudes steht heute im Nordosten der Anlage die Kirche. Zu den ältesten Bauten zählen im Osten der Anlage die Ökonomiebauten des Gutes Niehoff und ein ehemaliges Wohngebäude aus der Zeit um 1800. Aus der Zeit des Klosters hat sich noch ein Schwesternfriedhof erhalten. Aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts stammen ein großer Teil der Dienstwohngebäude. Teilweise zerstört und in den späten 1940er und frühen 1950er Jahren neu aufgebaut wurden das Verwaltungsgebäude, die Klinikbauten der Abteilungen Männer C-E, Frauen C-D und G, die Innere Abteilung und die alte Bäckerei. Im Südosten der ausgedehnten Klinikanlage liegt eine eigenen Gärtnerei mit Gewächshäusern und Anzuchtflächen im Freien.

Art der Grünanlage
Krankenhauspark

Beschreibung
Im Gegensatz zur Generalplanung von Peter Josef Lenné für die Provinzial-Heilanstalten Lengerich ist für Marienthal kein einheitlicher Gestaltungsplan für die gärtnerischen Aussenanlagen bekannt. Pläne aus den ersten Jahrzehnten der Anstalt zeigen die Bauten in ein weitläufiges Grünsystem mit landschaftlichen und regelmäßigen Partien eingebunden. Als eine der verschiedenen Therapieformen verrichteten die Patienten auch Gartenarbeiten im Freien. Mit den Zerstörungen des 2. Weltkrieges und dem anschließenden Neuaufbau der Anstalt wurden auch die gärtnerischen Flächen verändert und umgestaltet. Interessante Gartenanlagen dieser Zeit sind die noch erhalten gebliebenen Krankengärten an den Frauengebäuden C, D und F. In der Regel von einer Mauer oder einer Metallgittereinfassung umgrenzt, waren diese Gärten häufig mit einer Pergola und einer Gartenskulptur ausgestattet. Ein Teil der Bepflanzung dieser Gärten mit verschiedenen Stauden und Gehölzen hat sich bis heute erhalten. Der gesamte Park des Anstaltsgeländes wird noch heute durch zahlreiche alte Bäume und Sträucher geprägt, die zum Teil noch aus der Entstehungszeit stammen. Die weitläufigen Parkbereiche werden immer wieder durch neue Gestaltungen ergänzt. Im südlichen Anstaltsbereich ist vor einigen Jahren das Westfälische Archivamt neu errichtet worden.

Literaturangaben

  • o.A. (1953): Marienthal 1878 - 1953. Münster.
Externe ID: LWL-GUP00245
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Krankenhausanlage
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Archivauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Fotos
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1856
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10030784


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2002: Garten- und Parkanlagen der LWL-Klinik Münster
2002: Garten- und Parkanlagen der LWL-Klinik Münster
2003: Münster
1897: Münster