Für die Menschen, für Westfalen-Lippe Signet: LWL-GeodatenKultur
Benutzername:  
Passwort:  
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
  Start     Karte     Suche     Auswahlliste     Objektansicht     Hilfe  
Dom und Domplatz, Münster
 

Auf einer kleinen Höhe nicht weit von einer Furt über die Aa gelegen, bildete der Dom mit einem dazugehörigen Kloster inmitten der karolingischen Domburg die Keimzelle von Münster. Der erste Dombau wurde vom Gründerbischof Liudger im späten 8. Jahrhundert errichtet. Nach der Überlieferung stand der Bau nördlich vom heutigen Dom und wurde 1377 abgebrochen. Der heutige Dom wurde im 13. Jahrhundert in spätromanischen Formen auf dem Grundriss des zweiten Domes an den schon bestehenden Westbau angebaut. Im Laufe der Jahrhunderte wurden weitere An- und Umbauten durchgeführt. Nach schweren Kriegsschäden im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom wieder aufgebaut. Aus dem Bereich der karolingischen Domburg entwickelte sich im Mittelalter die Immunität des Domes mit dem Domhof und den Kurien der Domherren. Noch heute ist hier mit dem Dom und dem Sitz des Bischofs der geistliche Mittelpunkt des Bistums angesiedelt. Nach der Säkularisation im frühen 19. Jahrhundert kamen weitere öffentliche Bauten und der preußische Regierungssitz für die Provinz Westfalen hinzu. Heute ist der Sankt Paulus-Dom die Kathedralkirche des Bistums Münster und wird seit 1812 auch als Pfarrkirche genutzt. Auf dem Domhof und späteren Domplatz fand ursprünglich der Send-Jahrmarkt statt. Die Anfänge des bunten Marktes gehen bis in das 9. Jahrhundert zurück, als sich im Frühjahr und Herbst jeden Jahres im Dom der Klerus und die Laien des Bistums zur Synode versammelten. Diesen Anlass nutzten die Händler, um auf dem ausgedehnten Domhof ihre Erzeugnisse zu verkaufen. Erst seit 1916 findet der traditionsreiche "Send" auf dem Neuplatz vor dem Schloss statt. Die Wochenmärkte zur Versorgung der Einwohner fanden bis 1926 am benachbarten Prinzipalmarkt und an nahe gelegenen Straßen und Höfen statt. Erst seit dieser Zeit hat sich der Wochenmarkt auf dem Domplatz etabliert.

Externe ID: T-P363L301-20080423-0001
Erfassungsdatum: 23.04.2008
Kategorie: Religion
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



In Karte anzeigen

2007: Domplatz

Zugehöriges Objekt

Domplatz, Münster (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Bistum Münster, Stadt Münster, Land NRW; die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; im Zentrum der Altstadt; etwa 2 Hektar. ­

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Auf einer kleinen Höhe nicht weit von einer Furt über die Aa gelegen, bildete der Dom mit einem dazugehörigen Kloster inmitten der karolingischen Domburg die Keimzelle von Münster. Aus diesem Bereich entwickelte sich im Mittelalter die Immunität des Domes mit dem Domhof und den Kurien der Domherren. Noch heute ist hier mit dem Dom und dem Sitz des Bischofs der geistliche Mittelpunkt des Bistums angesiedelt. Nach der Säkularisation im frühen 19. Jahrhundert kamen weitere öffentliche Bauten und der preußische Regierungssitz für die Provinz Westfalen hinzu. Auf dem Domhof und späteren Domplatz fand ursprünglich der Send-Jahrmarkt statt. Die Anfänge des bunten Marktes gehen bis in das 9. Jahrhundert zurück, als sich im Frühjahr und Herbst jeden Jahres im Dom der Klerus und die Laien des Bistums zur Synode versammelten. Diesen Anlass nutzten die Händler, um auf dem ausgedehnten Domhof ihre Erzeugnisse zu verkaufen. Erst seit 1916 findet der traditionsreiche "Send" auf dem Neuplatz vor dem Schloss statt. Die Wochenmärkte zur Versorgung der Einwohner fanden bis 1926 am benachbarten Prinzipalmarkt und an nahe gelegenen Straßen und Höfen statt. Erst seit dieser Zeit hat sich der Wochenmarkt auf dem Domplatz etabliert.

Gebäude und Ausstattung
Der erste Dombau wurde vom Gründerbischof Liudger im späten 8. Jahrhundert errichtet. Nach der Überlieferung stand der Bau nördlich vom heutigen Dom und wurde 1377 abgebrochen. Der heutige Dom wurde im 13. Jahrhundert in spätromanischen Formen auf dem Grundriss des zweiten Domes an den schon bestehenden Westbau angebaut. Im Laufe der Jahrhunderte wurden weitere An- und Umbauten durchgeführt. Nach schweren Kriegsschäden im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom wieder aufgebaut. Heute ist der Sankt Paulus-Dom die Kathedralkirche des Bistums Münster und wird seit 1812 auch als Pfarrkirche genutzt. Im gleichen Jahr wurde im Südwesten des Domplatzes die Dompfarrkirche St. Jakobi abgebrochen. Um den weitläufigen Domplatz gruppieren sich heute verschiedene Bauten des geistigen und öffentlichen Lebens. Im Westen liegen die barocken Bauten der ehemaligen Domdechanei, heute Bischöflicher Hof und die Ketteler´sche Doppelkurie, heute Domkirchenverwaltung. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert errichtete man am Rande des Domplatzes mehrere repräsentative Monumentalbauten des Historismus. Südlich vom bischöflichen Hof schließt sich das Collegium Ludgerianum an, das heute von der Universität genutzt wird. Östlich davon ist das LWL-Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte Westfälisches Landesmuseum untergebracht. Der 1907 fertiggestellte Altbau hat nach Kriegszerstörungen im Zweiten Weltkrieg 1974 einen großzügigen Erweiterungsbau erhalten. Neu errichtet wurden auch die Hauptgebäude der Post, der Bezirksregierung und, bis auf das monumentale Neurenaissancegebäude der ehemaligen Reichsbank, die Bebauung im Osten des Domplatzes.

Art der Grünanlage
Platzanlage

Beschreibung
Schon um 1573 wird der Domplatz als eine gepflegte, schöne Anlage beschrieben, die durch die Umgebung des Domes und der prächtigen Kurien der Domherren, wie durch die Linden und Eichen und die Rasenflächen ausgezeichnet ist. Nach einem Kostenvoranschlag des barocken Baumeisters Gottfried Laurenz Pictorius wurde am Beginn des 18. Jahrhunderts der von Südosten nach Nordwesten über den gesamten Domhof führende Hauptweg mit Kieselsteinen neu gepflastert. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts wurde dann der Domhof einheitlich gestaltet, wobei wohl Planungen von Pictorius, Johann Leonhard Mauritz Gröningers und letztendlich Johann Conrad Schlauns umgewandelt zur Ausführung kamen. Die 1748 datierte Planung Schlauns sah neben der regelmäßigen Pflanzung von mehr als 200 Linden und Ulmen noch zwei diagonale Achsen zur Gliederung des Domplatzes vor. Seit dieser Zeit verläuft eine breite Blick- und Wegeachse von Südosten nach Nordwesten. Als städtebauliches Programm wurde mit der breiten Diagonalachse die weltliche Macht im Rathaus am Prinzipalmarkt mit der geistlichen Macht im bischöflichen Palais verbunden. Eine zweite Diagonalachse sollte von Nordosten nach Südwesten den Domplatz überqueren. Mehrere Parallel- und Schnittachsen gliederten den Platz in ein unregelmäßiges System aus mehreren Blick- und Wegeachsen. Die Baumreihen waren dabei so geschickt angeordnet, dass man von den Fenstern und Portalen der Domkurien über den gesamten Domhof blicken konnte. Auch dieser Plan kam wohl nur teilweise zur Ausführung. Mehrere im 19. und frühen 20. Jahrhundert angefertigte Stadtpläne zeigen jedenfalls den Domplatz in ein dichtes Netz aus regelmäßigen Baumpflanzungen eingebunden. Bis in die 1930er Jahre hinein konnten sich die zur Zeit des Barocks gepflanzten Bäume auf dem Domplatz zu einem stattlichen Bestand entwickeln. Noch vor 1939 wurden die alten Bäume entfernt und unter Aussparung einer großen Freifläche vor der südlichen Schaufassade des Doms neue regelmäßig angeordnete Baumpflanzungen vorgenommen. Diese Gestaltungskonzeption mit mehreren Lindenreihen im Südwesten, Süden und im Osten des Domplatzes bestimmt bis heute das Bild der Anlage.

Pflegezustand
Neben der seit den 1930er Jahren deutlich reduzierten Bepflanzung mit Linden hat sich von der barocken Planung die breite Blick- und Wegeachse vom Rathaus bis zum bischöflichen Palais anschaulich erhalten. Im Südwesten und Osten des Domplatzes wurden seit des Mitte des 20. Jahrhunderts ausgedehnte PKW-Stellflächen angelegt. Die Ulmen wurden im Laufe der Zeit durch Linden ersetzt.

Literaturangaben

  • Der Oberstadtdirektor von Münster, Dezernat für Öffentlichkeitsarbeit - Presse und Informationsamt in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt (Hrsg.) (1991): Spaziergänge zu Baudenkmälern, Nr. 1. Münster.
  • Schmitt, Michael (bearb.) (2003): Münster. Westfalia Picta, Band VIII, Münster.
  • Matzner, Florian / Schulze, Ulrich (1995): Johann Conrad Schlaun 1695-1773. Das Gesamtwerk. Stuttgart.
  • Balster, Jutta / Gussek-Revermann, Anja (Hrsg.) (2000): Münster vor 100 Jahren. Münster, 2. Auflage.
  • Geisberg, Max (Bearb.) (1933): Die Stadt Münster. Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Bd. 41, Teil 2, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00231
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Marktplatz
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Auswertung historischer Fotos
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: sehr hoch - ist eine Reise wert
Naturnähe: künstlich
Historischer Zeitraum: ab 880
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10030728


In Karte anzeigen

2007: Domplatz
2003: Domplatz
1897: Domplatz