2. Westfälisches Parkpflegeseminar

Parkanlage Haus Stapel

Das Seminar muss aus aktuellem Anlass leider verschoben werden, bis ein für alle Beteiligte verlässlicher Arbeitsrahmen in Hinblick auf Ansteckungsgefahren gewährleistet werden kann. Dazu informieren wir Sie gerne rechtzeitig.        

Im denkmalgeschützten Park von Haus Stapel sind dringend Pflege- und Instandsetzungsmaßnahmen notwendig, um das gartenkulturelle Erbe langfristig zu erhalten. Vor diesem Hintergrund lädt die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen und die Eigentümerfamilie alle Kulturinteressierten und Gartenfreunde herzlich zum „2. Westfälischen Parkpflegeseminar“ nach Stapel ein.

Unter fachlicher Anleitung werden die Teilnehmer*innen gemeinsam vielfältige Arbeiten zur Erhaltung des Parks durchführen. Im Vordergrund der dringend notwendigen Maßnahmen stehen Gehölzarbeiten wie Roden von Wildwuchs, Freistellen von zugewachsenen Sichten oder auch das Nachpflanzen von Bäumen und Sträuchern. Das Freilegen von überwachsenen Wegen oder die Beseitigung von altem Totholz stellen weitere Schwerpunkte des Seminars dar. Nach getaner Arbeit rundet ein gemeinsames Abendessen mit anschließendem Kulturprogramm den ersten Seminartag ab. Am Nachmittag des zweiten Tages können die Arbeitsergebnisse bei einem gemeinsamen Rundgang bestaunt werden und die Veranstaltung bei Kaffee und Kuchen ausklingen.





Bildergalerie zur Parkanlage Haus Stapel

Fotos: LWL/Bodi und LWL/Djahanschah


Hintergrund

Die Ursprünge von Haus Stapel – eine für Westfalen typische Wasserburganlage mit komplexem Gräftensystem – lassen sich bis ins Mittelalter hinein nachverfolgen. Die Anlage präsentiert sich heute als Gesamtensemble bestehend aus einer Hausinsel mit klassizistischem Herrenhaus, barockzeitlicher Vorburg, Wirtschaftsgebäuden sowie einer weitläufigen Parkanlage. Diese wurde gegen Mitte des 18. Jahrhunderts mit Rasen- und Gehölzflächen, künstlichen Wassergräben sowie verschiedenen baulichen Ausstattungselementen nach geometrischen Gestaltungsprinzipien der Zeit angelegt. Wie die Gebäude, so erfuhr auch die Grünanlage im Laufe ihres Bestehens Veränderungen in ihrem Erscheinungsbild und in ihrer Nutzung. So wurde der Park im 19. Jahrhundert um neue, im landschaftlichen Stil angelegte Partien erweitert und bestehende Flächen umgestaltet. Im 20. Jahrhundert spielte die Selbstversorgung eine wichtige Rolle und Parkflächen wurden zum Anbau von Obst und Gemüse genutzt. Später führten forstwirtschaftliche Nutzungen im Park zu erheblichem Substanzverlust an historischen Gehölzen und zur Überformung von künstlerisch gestalteten Gartenflächen.

Seit einigen Jahren sind der denkmalgerechte Erhalt und die behutsame Entwicklung des Bau- und Gartenkunstwerkes durch die Eigentümerfamilie wieder mehr in den Fokus gerückt. Restaurierungen und Reparaturen an der empfindlichen Gebäudesubstanz sowie dem historischen Interieur sichern langfristig den Fortbestand des Herrensitzes. Diese Bemühungen finden nun auch im Park ihre Fortführung. So sollen frühere Gestaltungsstrukturen wieder sichtbar und gartenkünstlerische Qualitäten herausgearbeitet werden. Ein kürzlich erarbeitetes Parkentwicklungskonzept liefert die dafür notwendigen, wissenschaftlichen Grundlagen.