EINBLICK: Mehrgenerationenhaus in Minden

Denkmalführung und Gespräch vor Ort

Am 10. Oktober 2018 in Minden

„Zusammen kaufen wir einen denkmalgeschützten Bauernhof“ – das Projekt Mehrgenerationenhaus ist im Mindener Förthof Wirklichkeit geworden. Durch Um- und Ausbau wurden sechs Wohneinheiten geschaffen. Und alle profitieren davon: das sanierungsbedürftige Baudenkmal und die neuen Bewohner. Wie ist dieses Gemeinschaftsprojekt entstanden? Welche Herausforderungen galt es zu meistern? Welche Baumaßnahmen wurden durchgeführt? Denkmalpfleger und Eigentümer haben dies am 10. Oktober vorstellen: Die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen lädt im Rahmen der Veranstaltungsreihe „EINBLICK: Denkmalführungen und Gespräche vor Ort“ hatte nach Minden in den Förthof eingeladen. Die Veranstaltung zeigte auf, welche Chancen in Zeiten des demographischen Wandels alternative Wohnformen und Gemeinschaftsprojekte für den langfristigen Erhalt großer Denkmalensembles im ländlichen Raum bieten.

Am Beispiel des Mindener Mehrgenerationenhauses gaben die LWL-Expert*innen bei der Veranstaltung Einblicke in die aktuelle gefährdete Situation des ländlichen kulturellen Erbes, zeigten denkmalpflegerische Ziele auf und erläuterten dabei ihre Rolle als Gutachter und Berater. Darüber hinaus stellten sie die Entwicklung des Umbau- und Finanzierungskonzepts, die verschiedenen Planungsphasen und die Bauausführung anhand der einzelnen Gebäude vor. Die Eigentümer erläuterten zudem, wie sie sich als Baugemeinschaft zusammen gefunden hatten, wie sich die Objektsuche gestaltete und welche Eigenarbeit in dem Umbau steckt. Bei einem Rundgang gaben sie erste Einblicke und Erfahrungsberichte, wie es sich auf dem Hof gemeinsam lebt.


Bildergalerie zur Veranstaltung

Fotos: LWL/Bodi.


Das Denkmal

Das Haupthaus der Wohnanlage ist mit seinem hervorragenden Erhaltungszustand als Baudenkmal bedeutend für die Geschichte der heute zu Minden gehörenden ländliche Gemeinde Stemmer. Der Wirtschaftstrakt von 1845 wird durch die Art des Fachwerks, der Giebelform und dem reich beschnitzen Dielentor charakterisiert. Der 1920 angebaute, zweigeschossige verputze Wohnteil spiegelt die gestiegenen Wohnbedürfnisse großbäuerlicher Anwesen. Das Haupthaus ist somit ein wichtiges Beispiel für die Entwicklung des Bauens, Wohnens und Wirtschaftens im Mindener Raum von der Mitte des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts und ein wichtiges Belegstück für die Entwicklung des Bautyps.


EINBLICK-Reihe

Unsere Veranstaltungsreihe EINBLICK lädt die Menschen in Westfalen-Lippe ein, ihre tägliche Umgebung besser kennenzulernen und zu verstehen. Hier stehen Denkmäler mit ihren Innenausstattungen, kulturlandschaftsprägende Gebäude und Landschaftselemente, historische Gärten und Parks, aber auch baukulturell bedeutende Gebäude und Quartiere im Fokus. Die Reihe lädt zu Führungen und Gesprächen vor Ort ein. Die Experten des LWL-Kulturdienstes Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen geben Ihnen EINBLICK in die Architektur- und Baugeschichte eines Ortes, in Forschungsprojekte oder aber auch in aktuelle Planungs-und Maßnahmenkonzepte. Sie erhalten vor Ort auch EINBLICK in die vielfältigen Aufgabenfelder des Fachamtes. Angefangen von der Inventarisation bis hin zur Bauforschung, Denkmalpflege und Restaurierung. Auch unsere Tätigkeiten im Bereich Landschafts- und Baukultur werden an konkreten Beispielen vorgestellt.