DNK-Preisträgertreffen bei den Altstadtfreunden in Warendorf

LWL würdigt ehrenamtliches und privates Engagement in der Denkmalpflege

Zu ihrem 13. Jahrestreffen kamen am 15. September die westfälisch-lippischen Preisträger:innen des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) auf Einladung der Altstadtfreunde Warendorf e. V. im klassizistischen Bürgerhaus Klosterstraße 7 in Warendorf zusammen. Auf Initiative des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) treffen sich seit 2008 die vom DNK ausgezeichneten ehrenamtlichen Denkmalpfleger:innen einmal im Jahr in Westfalen zum Erfahrungsaustausch. Pandemiebedingt musste das Treffen in den vergangenen beiden Jahren ausfallen.

Die Erste stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Warendorf, Doris Kaiser, begrüßte die Teilnehmenden: „Ich freue mich sehr, dass das DNK-Preisträgertreffen in diesem Jahr bei uns in Warendorf stattfindet, einer Stadt, deren Gesicht geprägt ist von denkmalgeschützten Häusern. Und noch dazu an einem so passenden Ort, in diesem wunderschönen Tapetensaal eines klassizistischen Bürgerhauses. Ich hoffe, dass dieser Ort alle heute Anwesenden anspornt, weiterhin für den Erhalt der Denkmäler zu wirken. Und ich wünsche Ihnen vor dieser inspirierenden Kulisse einen guten Austausch.“

Dr. Simone Meyder, seit 2020 Leiterin der Praktischen Denkmalpflege der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, freute sich über die Gelegenheit, in diesem Jahr die Vertreter:innen des Netzwerks erstmals persönlich kennenzulernen. „Das ehrenamtliche und private Engagement ist für das kulturelle Erbe unersetzlich und hat schon viele Denkmäler gerettet“, so Meyder. „Mit den Netzwerktreffen möchten wir uns bei den Preisträger:innen für ihren Einsatz bedanken und zugleich für das bürgerschaftliche Engagement in der Denkmalpflege werben.“

Im Fokus der Veranstaltung stand der Erfahrungsaustausch zwischen den Preisträger:innen, die von ihren aktuellen Projekten und Aktivitäten berichteten. Die ehrenamtlichen Denkmalpflegenden tauschten sich außerdem über konkrete Baumaßnahmen und Fördermöglichkeiten aus.

Beim gemeinsamen Rundgang mit den LWL-Expert:innen erhielten die Teilnehmenden einen detaillierten Einblick in das klassizistische Bürgerhaus Klosterstraße 7 (1812/15), das durch seine handgedruckten Bildtapeten der Pariser Manufaktur Dufour & Leroy besticht. Ebenfalls sehenswert: der zum Hause gehörende Garten, das einzige Gartendenkmal der Stadt, wie Laurenz Sandmann, Vorsitzender der Altstadtfreunde Warendorf e.V., erläuterte: „Die Arbeit an einem Gartendenkmal ist auch für uns Altstadtfreunde Neuland. Eine wichtige Maßnahme konnten wir vor Kurzem abschließen: die Terrasse, die nun auch als Bühne nutzbar ist und schon mit zwei Konzerten eingeweiht wurde. Es folgen aber noch viele Aufgaben: die Mauern, das Wegenetz, die Pflanzen – für uns also der perfekte Zeitpunkt, den Garten in dieser Runde zu besichtigen und die anstehenden Maßnahmen zu diskutieren.“

Am Nachmittag hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, weitere Teile des Dezentralen Stadtmuseums – westfalenweit das einzige seine Art – wie die Scheune am Neuenhof 6, das Zigarrenmacherhaus Gerichtsfuhlke 1 und das Wohnhaus Alte Schulstraße 3 näher kennenzulernen.