Harald Deilmann – Lebendige Architektur

Ausstellung im LWL-Landeshaus in Münster (27.4.–2.6.2022)

Der Architekt Harald Deilmann (1920–2008) zählt zu den bedeutenden Architekten der Nachkriegsmoderne in Deutschland. Zu seinem 100. Geburtstag entstand eine besondere Werkschau, die nach ihrer Premiere im Baukunstarchiv NRW in Dortmund (2021) nun auch in Münster zu sehen ist – als Kooperationsprojekt des Museums der Baukultur Nordrhein-Westfalen, des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und des Baukunstarchivs NRW.

Mit seinem 1955 gegründeten Büro schuf Deilmann von Münster aus Bauten für Münster und Westfalen und wirkte zunehmend bundesweit und international. Sein Wirken als Architekt und Stadtplaner, als Hochschullehrer in Stuttgart und Dortmund sowie als Preisrichter, Berater und Kunstförderer war vielfältig.

Die Ausstellung zeigt das umfangreiche architektonische Lebenswerk erstmals einer breiteren Öffentlichkeit. Thematisiert wird auch die Frage nach dem heutigen Umgang mit seinem Werk. Einzelne Deilmann-Bauten stehen bereits unter Denkmalschutz und wurden saniert; wieder andere harren noch ihrer Wiederentdeckung.

Kooperationspartner
Museum der Baukultur Nordrhein-Westfalen, Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Baukunstarchiv NRW

Zeitraum
27. April bis 2. Juni 2022

Veranstaltungsort
LWL-Landeshaus, Lichthof
Freiherr-vom-Stein-Platz 1
48147 Münster

Öffnungszeiten
Mo. bis Do., 14–18 Uhr
Eintritt frei

In einem Begleitprogramm werden verschiedene Führungen durch die Ausstellung sowie in der Innenstadt angeboten.

Barrierefreiheit
Die Ausstellung ist barrierefrei zugänglich.

Es gilt die 2G-Regel vorbehaltlich der weiteren Entwicklung der Pandemie.
 


Ausstellungseröffnung am 26. April 2022

Dienstag, 26. April 2022, 19 Uhr, Eintritt frei
LWL-Landeshaus, Plenarsaal
Freiherr-vom-Stein-Platz 1
48147 Münster

Die Eröffnung ist bereits ausgebucht, es sind keine Anmeldungen mehr möglich.

PROGRAMM

Begrüßung

Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin
Peter Köddermann, Baukultur Nordrhein-Westfalen
Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen / Baukunstarchiv NRW

Einführung
Harald Deilmann: Leben und Werk
Stefan Rethfeld, Kurator der Ausstellung

Diskussion
Entwürfe für morgen? – Entwürfe für übermorgen?
Die Nachkriegsmoderne als junges Erbe
Dr. Holger Mertens, Landeskonservator für Westfalen-Lippe
Prof. Dr. Wolfgang Sonne, Baukunstarchiv NRW / TU Dortmund
Stefan Rethfeld, Kurator der Ausstellung

Moderation
Markus Lehrmann, Architektenkammer Nordrhein-Westfalen / Baukunstarchiv NRW


Begleitprogramm

Führungen / Referent: Stefan Rethfeld, Kurator der Ausstellung

Deilmann: Entdeckungstour
Termine: So 1.5., 8.5., 22.5., 29.5. / Zeit: 11-14 Uhr
Tickets: WN-Ticket-Shop

Deilmann: Theater
Termine: Sa 21.5. / Zeit: 11-13 und 14-18 Uhr
Tickets: WN-Ticket-Shop

Deilmann: LBS/ehem. WestLB
Termine: Fr 6.5., 13.5. / Zeit: 16-18 Uhr
Tickets: WN-Ticket-Shop

Deilmann: Kuratorenführung
Termine: Fr 29.4., 20.5., 27.5., 3.6. / Zeit: 16-18 Uhr
Tickets: WN-Ticket-Shop

Deilmann: Vortrag
Termine: Di 31.5. / Zeit: 19 Uhr / Eintritt frei
Ort: LWL-Landeshaus, Plenarsaal, Münster

Deilmann: Filmabend
Termine: Di 10.5. / Zeit: 18-20 Uhr / Eintritt frei
Um Anmeldung wird gebeten: bda-muenster@hehnpohl.de
Veranstalter: BDA Münster-Münsterland
Ort: Schlosstheater, Melchersstraße 81, Münster

 

Die Tickets für Führungen sind erhältlich bei: WN-Ticket-Shop, Picassoplatz 3, 48143 Münster

Für Veranstaltungen gelten die jeweiligen Corona-Regeln. Weitere Informationen bitte dem Flyer entnehmen.


Informationen zur Ausstellung

Deilmann prägte mit seinen Bauwerken in nahezu allen Baugattungen die Architekturentwicklung in der jungen Bundesrepublik, insbesondere in den 1960er und 1970er Jahren. Sein Entwurfsansatz basierte stets auf der Prämisse, dass sich das Typologische und das Schöpferische eines Bauwerks bedingen. Orientiert an den kulturellen Entwicklungen in Europa, USA und Japan unternahm er den Versuch, stets seinen Entwürfen eine unverwechselbare Gestalt zu geben. Dabei suchte er die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Herausforderungen und architektonischen Strömungen seiner Zeit. Schon früh wurde die Gestalt seiner Bauten als „lebendige Architektur“ gewürdigt.

Prominente Bauten
Zu den bekanntesten Bauwerken von Deilmann zählen das Stadttheater Münster (1956, mit M. von Hausen, O. Rave und W. Ruhnau), die WestLotto-Bauten in Münster (1960, 1978), das Clemens-Sels-Museum Neuss (1975); außerdem die markanten Bauten der Westdeutschen Landesbank in Münster (1975), Dortmund (1978), Luxemburg (1978) und Düsseldorf (1982) sowie der Rheinturm in Düsseldorf (1982).

Seine Schulbauten in Dorsten und Lemgo sowie die John F. Kennedy-Schule in Berlin setzten in den 1960er Jahren neue Maßstäbe im Bildungsbau. Mit seinen Rathäusern in Gronau und Minden erprobte Harald Deilmann in den 1970er-Jahren urbane Nutzungskonzepte. Die Frage des Wohnens erforschte er grundlegend und entwarf neuartige Wohnformen.

Umgang und Denkmalschutz
Die Ausstellung zeigt das Werk Deilmanns anhand von Materialien aus dem umfangreichen Nachlass des Architekten, gegliedert nach Bauaufgaben. Ebenso würdigt ein biographischer Teil die Person Harald Deilmann und veranschaulicht die verschiedenen Lebensstationen mit persönlichen Dokumenten und Gegenständen aus dem Nachlass.

Die Ausstellung thematisiert auch die aktuelle Frage des Umgangs mit seinem Werk: Einzelne Bauten stehen bereits unter Denkmalschutz – weitere werden derzeit neu entdeckt und eignen sich zum Weiterbauen.

Katalog und Programm
Zur Ausstellung ist ein begleitender Katalog im Verlag Kettler in der Reihe „Baukunstarchiv NRW“ erschienen. In einem Begleitprogramm werden verschiedene Vorträge, Diskussionen und Führungen angeboten.
 

Ausstellungskonzept: Stefan Rethfeld, Münster; Ursula Kleefisch-Jobst, Museum der Baukultur Nordrhein-Westfalen
Kurator: Stefan Rethfeld, Münster
Ausstellungsinszenierung: sinkenarchitekten, Köln
Ausstellungsgrafik: Kikkerbillen – Büro für Gestaltung, Köln
Ausstellungsproduktion: designbauwerk, Köln
Ausstellung und Katalog wurden gefördert von:
Baukunstarchiv NRW, Museum der Baukultur Nordrhein-Westfalen, LWL-Kulturstiftung, Andreas Deilmann Familienstiftung und Technische Universität Dortmund
 

Presseinformation
Baukultur Nordrhein-Westfalen – Kommunikation, Timo Klippstein, Leithestraße 33, 45886 Gelsenkirchen, Tel. 0209 402441-17, www.baukultur.nrw