Jenseits des Gebauten - Öffentliche Räume in der Stadt

Jahrestagung Städtebauliche Denkmalpflege 2016 der Fachgruppe Städtebauliche Denkmalpflege an der TU Dortmund

Am 27. Oktober 2016 an der TU Dortmund

Die öffentlichen Räume waren, seit es Städte gibt, ein zentraler Baustein der Stadtgestaltung. Sie unterlagen – wie die gebauten Strukturen – den gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen. Heute stehen die Verwertungsinteressen von öffentlichem Raum in Verbindung mit den angrenzenden Nutzungen häufig im Widerspruch zu den Aneignungs- und Nutzungsinteressen der Bevölkerung, der Anwohner und Anlieger. Dies trifft auf städtische Plätze, Straßenräume sowie Parks und Grünanlagen gleichermaßen zu. So sind beispielweise Fußgängerzonen, die seit den 1950er Jahren angelegt wurden, vielfach in die Jahre gekommen und durch punktuelle Anpassungen und Umstrukturierungen sind ursprüngliche gestalterische Konzepte nicht mehr nachvollziehbar. Dies gilt für öffentliche Räume unterschiedlicher Art: schon nach wenigen Jahren entsprechen das Erscheinungsbild und die Nutzungsangebote häufig nicht mehr den allgemeinen Vorstellungen und erste „Nachbesserungen“ setzen ein. Auch Plätze, Parks und Grünanlagen werden als wichtige Bestandteile der Stadt begriffen. Sie können als solche – in Ergänzung zu der gebauten Struktur – einen gleichberechtigten Part im urbanen Gefüge bilden. Dabei ist die Funktion der Grün- und Freiräume entsprechend der jeweiligen Situation unterschiedlich. Längst gilt der städtische Freiraum nicht mehr als die nicht finanzierbare Alternative im Kontext städtischer Entwicklung, sondern sie werden als attraktive, vielfältig nutzbare Räume zum Impulsgeber für eine qualitätvolle Aufwertung angrenzender Bereiche. Hier lohnt ein Blick in die vorhandenen Bestände und deren Qualitäten, die oftmals „überwuchert“ sind.


Die Debatte um den Bestand, die Entwicklung und die Neuanlagen von öffentlichen Räumen werfen eine Reihe von Fragen auf: Welche Zukunft haben öffentliche Räume in ihrer jeweiligen gestalterischen Eigenart? Wie lassen sich neue Nutzungsanforderungen an öffentliche Räume mit historischen Strukturen verknüpfen? Welche besonderen Herausforderungen, aber auch Chancen stellen sich für die Städtebauliche Denkmalpflege? Welche Konsequenzen resultieren aus aktuellen Entwicklungen wie der Privatisierung von ehemals öffentlichen Räumen? Welche Instrumente, Werkzeuge und Verfahren stehen der städtebaulichen Denkmalpflege für einen Umgang mit öffentlichen Räumen zur Verfügung?

Tagungsort: TU-Dortmund, Rudolf-Chaudoire-Pavillon


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