EINBLICK: Restaurierung der Wandmalereien in der Ostönnener St. Andreas-Kirche

Denkmalführung und Gespräch vor Ort

Am 8. November 2016 in der St. Andreas-Kirche in Soest-Ostönnen

Die LWL-Denkmalpflege-, Landschafts- und Baukultur in Westfalen hat am 8. November in die frisch restaurierte St. Andreas-Kirche in Soest-Ostönnen eingeladen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „EINBLICK: Führungen und Gespräche vor Ort“ wurden die gerade abgeschlossenen Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten der romanischen Wandmalereien vorgestellt. Die hier durchgeführten Maßnahmen zeigen sowohl in der fachlichen Vorgehensweise als auch in der vorbildlichen Zusammenarbeit aller Beteiligten exemplarisch auf, wie die langfristige Erhaltung unseres kirchenkulturellen Erbes gelingen kann.


Die LWL-Experten gaben bei der Veranstaltung Einblicke in die Projektgenese sowie die Ziele der Restaurierung und erläuterte dabei ihre Rolle als Berater und Unterstützer im Bereich Restaurierung und Dokumentation. Darüber hinaus stellten sie die Wandmalereien des Denkmals St. Andreas-Kirche unter kunst-,  restaurierungsgeschichtlichen und materialtechnologischen Gesichtspunkten vor. Die in Ostönnen erarbeiteten Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Bildwelten – Weltbilder. Romanische Wandmalerei in Westfalen“, das der Restaurierung voranging, waren dabei mit eingeflossen. Ein Mitarbeiter der ausführenden Restaurierungsfachwerkstatt zeigte am Objekt auf, welche konkreten Maßnahmen und Arbeitsschritte durchgeführt wurden. Im Anschluss waren alle Teilnehmer zu einem informellen Gespräch in der Kirche eingeladen.


Bildergalerie zum EINBLICK in Ostönnen

Fotos: LWL/H. Dülberg, ars colendi/H. Wehner und K. Heiling


Die St. Andreas-Kirche

Die evangelische St. Andreas-Kirche ist eine der am besten erhaltenen romanischen Dorfkirchen in Westfalen, verwandten städtischen Sakralbauten in Soest (St. Petri, Nikolai-Kapelle) an Qualität der Ausführung ebenbürtig. Neben den architektonischen und bauplastischen Qualitäten der Kirche tritt die bauzeitliche romanische Innenraumfassung mit dem ungewöhnlichen gemalten Triforium auf dem Obergaden des Mittelschiffs und Chorjochs, den gemalten Bogenstellungen seitlich der Fenster und dem Gewölbeschmuck aus vegetabilem (u.a. Lebensbäume) und geometrischem Dekor und Gratbegleitbändern als besonderes Zeugnis künstlerischen Schaffens hervor. Zur romanischen Architekturfassung gehört eine fragmentarisch erhaltene figürliche Darstellung des Opfers von Kain und Abel auf der Westwand. Ergänzt wird das Bildprogramm durch eine spätromanische, ebenfalls fragmentarische Darstellung von Christus als Weltenrichter mit Evangelistensymbolen und Heiligen in der Apsiskalotte.


Die EINBLICK-Reihe

Unsere neue Veranstaltungsreihe EINBLICK lädt die Menschen in Westfalen-Lippe ein, ihre tägliche Umgebung besser kennenzulernen und zu verstehen. Hier stehen Denkmäler mit ihren Innenausstattungen, kulturlandschaftsprägende Gebäude und Landschaftselemente, historische Gärten und Parks, aber auch baukulturell bedeutende Gebäude und Quartiere im Fokus. Die Reihe lädt zu Führungen und Gesprächen vor Ort ein. Die Experten des LWL-Kulturdienstes Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen geben Ihnen EINBLICK in die Architektur- und Baugeschichte eines Ortes, in Forschungsprojekte oder aber auch in aktuelle Planungs-und Maßnahmenkonzepte. Sie erhalten vor Ort auch EINBLICK in die vielfältigen Aufgabenfelder des Fachamtes. Angefangen von der Inventarisation bis hin zur Bauforschung, Denkmalpflege und Restaurierung. Auch unsere Tätigkeiten im Bereich Landschafts- und Baukultur werden an konkreten Beispielen vorgestellt.