Stadtspaziergang Baukultur

Fotodokumentation zur Exkursion am 3. September 2014 nach Gelsenkirchen

Fotos: LWL/Djahanschah


Farb-Leit-Konzept im Treppenhaus des Hans-Sachs-Hauses Foto: Thomas Robbin

Stadtspaziergang Baukultur

am 3. September 2014 in Gelsenkirchen

Mit dem Strukturwandel im Ruhrgebiet veränderte sich das „Gesicht“ des Ruhrgebiets und so auch die Stadt Gelsenkirchen. Die IBA Emscher Park in den 1990er Jahren lieferte zahlreiche Impulse für Einzelprojekte und neue Planungsansätze in der Stadterneuerung für das neue Jahrtausend. Zahlreiche Industrieanlagen verschwanden oder konnten mit einer neuen Nutzung überleben.

Bei dem Stadtspaziergang in Gelsenkirchen besuchen wir u. a. auch Projekte aus dieser Zeit, z.B. den Wissenschaftspark Gelsenkirchen auf dem Gelände des ehemaligen Gussstahlwerkes Rheinelbe. Das neuerrichtete Institutsgebäude mit seiner 300 Meter langen Glasarkade dominiert im neuangelegten Landschaftsgarten und entspricht dem Leitmotiv der IBA „Arbeiten im Park“.

Ein aktuelles Projekt der Stadtentwicklung, die Erneuerung des Quartiers Bochumer Straße in Gelsenkirchen-Ückendorf, steht im Mittelpunkt des Stadtspaziergangs.Die Bochumer Straße mit ihrer gründerzeitlichen Bebauung und der denkmalgeschützten Heilig-Kreuz-Kirche galt vormals als Prachtstraße Gelsenkirchens. Heute prägt Leerstand und der baulich schlechte Zustand der Gebäude das Quartier. Die Initiative StadtBauKulturNRW stellt hier das Projekt der Problemimmobilien vor. Der expressionistische Backsteinbau der Heilig-Kreuz-Kirche nach dem Entwurf von Josef Franke setzt einen architektonischen Merkpunkt an der Bochumer Straße. Auch an Gelsenkirchen geht der Umnutzungsdruck der Kirchen nicht vorüber und so wird das Gebäude heute für Kulturveranstaltungen genutzt.

Am Beispiel der Siedlung Flöz Dickebank werden die Probleme und Chancen der Privatisierung bei einem Rundgang mit der Quartiersarchitektin aufgezeigt.

Bei einem Gang über die Bahnhofstraße betrachten wir dann den „Stadtumbau City“.

Mit dem Umbau des Bahnhofs und der Umgestaltung der Fußgängerzone veränderte sich die City bereits deutlich. Auch die „Einkaufsmeile“ zeigt sich mit der Modernisierung  gewerblicher Fassaden im neuen Licht. Ein anschauliches Beispiel ist hier das Kaufhaus Sinn aus den 1950er Jahren.

Auch zeitgenössische Architektur, so der Neubau der Synagoge prägt heute das Stadtbild von Gelsenkirchen. Freiraumplanung erleben wir am Beispiel der Neu- und Umgestaltung des zentralen Heinrich-König-Platzes und des Neumarktes. Mit dem Bau der Altstadtkirche von Denis Boniver entstand Mitte der 50er-Jahre ein Wahrzeichen für die nach dem Kriegsende erneuerte City. An der Ebertstraße, die als wichtige Achse zwischen dem Hans-Sachs-Haus und dem Musiktheater (MIR) fungiert, endet der Stadtspaziergang mit einem Besuch beider Häuser.

Das Hans-Sachs-Haus, ein ehemaliges Verwaltungs- und Geschäftshaus mit Hotel und Konzertsaal, wird nach dem Umbau und der Ergänzung nach dem Wettbewerbsentwurf von GMP als neues Rathaus der Stadt Gelsenkirchen mit einem öffentlichen Bürgerforum genutzt. Das Musiktheater ist ein bedeutender Theaterbau der Nachkriegszeit.