DNK-Preisträger-Treffen

Siebtes Treffen der westfälischen DNK-Denkmalpreisträger würdigt das Engagement des Fördervereins Kloster/Schloss Bentlage

Zu ihrem siebten Jahrestreffen kamen am Donnerstag (22.5.) im Kloster Bentlage in Rheine (Kreis Steinfurt) die westfälisch-lippischen Preisträger des „Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz“ (DNK) zusammen. Auf Initiative des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) treffen sich seit 2008 die vom DNK ausgezeichneten ehrenamtlichen Denkmalpfleger einmal im Jahr in Westfalen zum Erfahrungsaustausch.

LWL-Denkmalpflegerin Dr. Barbara Pankoke, die das Preisträgertreffen auch in diesem Jahr organisierte, freute sich über den Erfolg der Veranstaltung: „Dieses Netzwerktreffen ist ein wichtiges Element in unserer Anerkennungskultur für den ehrenamtlichen Einsatz in der Denkmalpflege. Der Tag im Kloster Bentlage hat durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Denkmalort in Verbindung mit den vielschichtigen Facetten bürgerschaftlichen Engagements allen Teilnehmern wichtige Impulse gegeben, um sich auch für ihre zukünftigen Herausforderungen im Bereich der Denkmalpflege zu positionieren.“

2002 zeichnete das DNK den Förderverein Kloster/Schloss Bentlage für seinen Einsatz mit der „Silbernen Halbkugel“ aus. „Der Preis hat uns vor zwölf Jahren in unserem Handeln bestätigt. Diese bedeutende Auszeichnung ist für uns auch heute noch wichtig und motiviert uns unsere Vereinsarbeit immer weiterzuentwickeln“, sagte Dr. Jürgen Grävinghoff vom Vorstand des Vereins, der sich 1983 mit dem Ziel der Restaurierung, der Pflege und Nutzung der Anlage gründete. Mit intensiver Unterstützung der LWL-Denkmalpflege, der Stadt Rheine sowie durch die hohe finanzielle Unterstützung aus Städtebaufördermitteln des Landes NRW gelang es, von 1990 bis zum Jahr 2000 das gesamte Denkmal zu sanieren und zu einer „Kulturellen Begegnungsstätte“ umzugestalten, erläuterte Prof. Dr. Ulrich Eckhardt weiter. „Durch ihren unermüdlichen Einsatz ist das Kloster zu einem beliebten Kunst- und Kulturort geworden und wird durch ihre Arbeit mit Leben gefüllt“, lobte Rheines Bürgermeisterin Dr. Angelika Kordfelder.


Die Westfälisch-lippischen Preisträger bei ihrem 7. Jahrestreffen vor dem Kloster Bentlage, zusammen mit den LWL-Experten für Denkmalpflege und dem DNK-Geschäftsführer Dr. Oliver Karnau. Foto: LWL/Schwalm

DNK-Geschäftsführer Dr. Oliver Karnau hob hervor, dass durch die beispielhafte Vereinsarbeit noch weitere Initiativen ins Leben gerufen werden konnten, wie die Druckvereinigung Bentlage e.V. oder die „Stiftung zur Förderung von Kloster Bentlage“. Heute gestalten alle ehrenamtlichen und professionellen Partner am Kloster Bentlage vom Förderverein, der Kloster Bentlage gGmbH, der Druckvereinigung, der Stiftung Kloster Bentlage bis hin zum Museum Kloster Bentlage das jährliche Kulturprogramm „Akzente“. „Diese Netzwerkarbeit ist vorbildlich für andere Initiativen. Die Generationen übergreifend fortgesetzte Arbeit der westfälischen DNK-Preisträger macht deutlich, dass gemeinschaftlicher Einsatz für ein Denkmal auch das soziale Zusammenwirken fördert“, sagte Karnau.

„Ich freue mich, dass durch das vom LWL initiierte Treffen auch die weiteren Preisträger von diesen Erfahrungen profitieren können und sie dieses zum Anlass nehmen, sich über ihr bürgerschaftliches Engagement im Bereich der Denkmalpflege auszutauschen. Nur durch den hohen Einsatz von vielen Engagierten können heute viele Denkmäler erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“, sagte Dr. Holger Mertens von der LWL-Denkmalpflege-, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Die aktuelle Förderpolitik des Landes, die fast ganz von Zuschüssen auf Darlehen umgestellt wurde, führe gerade im Bereich des ehrenamtlichen Engagements zu Rückschlägen, da Vereine und Stiftungen auf direkte Fördermittel angewiesen seien. „Ich hoffe, dass die vielen Diskussionen des vergangenen Jahres zu diesem Thema, aber auch die unzähligen Einwendungen, die von Heimatvereinen und Verbänden jeder Couleur zu diesem Verfahren mit Vehemenz vorgetragen wurden, zu einem Umdenken bei der Landesregierung führen werden“, so Mertens.


Fotos: LWL/Schwalm


Hintergrund Preis:

Die „Silberne Halbkugel“ und der „Karl-Friedrich-Schinkel-Ring“ gelten als höchste deutsche Auszeichnungen für besondere ehrenamtliche Verdienste im Denkmalschutz. Die Preise werden vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK) vergeben. Das 1973 gegründete DNK ist in Deutschland das übergreifende Forum für Denkmalschutz und Denkmalpflege. Es hat sich zum Ziel gesetzt, die Bau- und Bodendenkmale als herausragendes Kulturerbe für nachfolgende Generationen zu erhalten.

Hintergrund Kloster Bentlage

Das 1437 gegründete ehemalige Kreuzherrenkloster liegt inmitten des Erholungsgebietes Bentlage in direkter Nachbarschaft zum NaturZoo und der Saline Gottesgabe in einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft, am linken Ufer der Ems. Die 1803 säkularisierte und seit 1978 im Stadtbesitz befindliche Klosteranlage präsentiert sich heute als Kunst- und Kulturdenkmal, dessen Instandsetzung über 500 Jahre Geschichte lebendig werden lässt. Bentlage gilt als das am besten erhaltene gotische Konventgebäude eines ländlichen Klosters in Westfalen. Barocke und klassizistische Bauspuren verweisen auf die Bautätigkeit der Mönche und ihrer Nachfolger, einer belgischen Adelsfamilie, die das Kloster ab 1803 als Schloss nutzte.
Bei der Restaurierung wurden diese Altersspuren erhalten. Die Ergänzungen wurden mit modernen Materialien ausgeführt. Die geschichtliche Entwicklung blieb somit am Gebäude ablesbar. Seit Beginn der 1990er Jahre hat sich das Kloster Bentlage als ein Zentrum für zeitgenössische Kunst im Münsterland etabliert. Ambitionierte regionale und internationale Kooperations- und Austauschprojekte werden vom Kloster Bentlage initiiert bzw. von ihm mitgetragen.