Außenansicht der evangelisch-reformierten Dorfkirche in Barntrup-Sonneborn. Foto: Carla Leupold

Wand- und Gewölbemalereien

in der evangelisch-reformierten Dorfkirche in Barntrup-Sonneborn

Am Anfang des 14. Jahrhunderts wurde die evangelisch-reformierte Kirche in Sonneborn als Saalbau aus Bruchsteinen errichtet. Ihre hervorstechenden Bauelemente sind ein quadratischer Chor und ein rechteckiger romanischer Turm. Die Fassaden der Kirche sind verputzt und weiß gestrichen, das Dach ist mit Sollingplatten gedeckt.

Das Langhaus wird von einem flachscheiteligen Tonnengewölbe mit Stichkappen nach oben hin abgeschlossen, die Kappen ruhen hier auf niedrig angeordneten Konsolsteinen. Der Chorbereich ist mit einem Kreuzgratgewölbe versehen.

Die oberen Wandabschnitte und die Gewölbe wurden 1564/76 mit einem reichen und für Westfalen einzigartigem reformatorischen Bildprogramm ausgeschmückt. Dabei handelt es sich um Szenen aus der Passion Christi und dem reformatorischen Katechismus, um Bilder zu den Sieben Bitten des Vaterunsers sowie im Chor um die Darstellung des Jüngsten Gerichtst. In der Turmhalle sind der Kampf Davids gegen den Riesen Goliath und die Opferung Isaaks abgebildet. Die Farbpalette besteht aus Rot, Ocker und Schwarz, der Hintergrund aus einem gebrochenen Weiß. In den unteren Wandhälften finden sich Abbildungen der Apostelkreuze.

Mit der Einführung des Calvinismus übertünchte man die Wandmalereien im 17. Jahrhundert. In den 1950er-Jahren legte man die Wandmalereien frei und konservierte und retuschierte diese. Ergänzungen wurden damals nur  in den ornamentalen Bereichen ausgeführt.

Kürzlich wurden bei den laufenden Restaurierungsarbeiten auch Reste von gemalten Vorhängen im unteren Bereich der Wände gefunden.


Wand- und Gewölbemalereien in der evangelisch-reformierten Dorfkirche in Barntrup-Sonneborn. Foto: LWL/Nieland

Insgesamt waren die Wandmalereien durch das ungünstige Raumklima stark gefährdet.

Eine weitere Schadensursache waren die zementhaltigen Putze im Sockelbereich, die eine starke Salzbelastung in den Wänden verursachten. Die hohe Raumluftfeuchte führte in Verbindung mit den Salzen zu einer flächigen Besiedlung der unteren Wandbereiche mit rötlichen Bakterien. Einige Partien der Wandmalereien wiesen zudem einen starken Bindemittelverlust auf und bewegliche Putzschalen zeugten ebenfalls von einer Gefährdung der wertvollen Gewölbe- und Wandmalereien.

Nach aufwändigen restauratorischen und naturwissenschaftlichen Untersuchungen, für die Fördermittel der Deutschen Bundestiftung Umwelt und des LWL von der Kirchengemeinde eingeworben werden konnten, wurde ein Restaurierungskonzept erstellt.

Ziel der bald abgeschlossenen Restaurierungsmaßnahmen, die auch durch das Denkmalschutz-Sonderprogramm IV des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanziell gefördert werden,  ist eine Minimierung der Schadensursachen und die Substanzerhaltung. Im Vordergrund dieser  Maßnahme stehen die Verbesserung des Innenraumklimas und die Reduzierung von Salzen. Die Mikroorganismen werden hierbei weitgehend entfernt und die Mal- und Putzschichten gereinigt und stabilisiert. Partielle Aquarellretuschen in Tratteggiotechnik führen danach sicher zu einer verbesserten Lesbarkeit der Malereidarstellungen.

Dipl.-Rest. Leonhard Lamprecht M.A.