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LWL-Aktionsplan Inklusion

Fortschrittsbericht 2020

„Inklusion fordert dazu heraus, das eigene Tun, Handeln und Denken immer auch selbstkritisch zu hinterfragen. Wer Inklusion will, muss innovative Ideen entwickeln und neue Wege der Zusammenarbeit suchen.“ Matthias Löb, LWL-Direktor

 

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) setzt sich aktiv und mit aller Kraft dafür ein, die inklusive Gesellschaft in unserer Region weiterzuentwickeln. Inklusive Lebensverhältnisse zu schaffen und soziale Teilhabe zu fördern, lässt sich am besten gemeinsam mit den Menschen mit Behinderungen verwirklichen, gut durchdacht und Schritt für Schritt.

Die Grundlage für die Inklusion hat die 2009 in Deutschland ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in aller Deutlichkeit beschrieben: Inklusion ist kein Spezialthema und räumt auch keine besonderen Rechte für Menschen mit Behinderungen ein. Stattdessen stellt sie weitreichend klar, dass Inklusion ein allgemeines Menschenrecht ist und erst Inklusion ein respektvolles, gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Zusammenleben in der Gesellschaft ermöglicht.

 

SeWo-Projekt für Inklusion beim Wohnen

Ein Beispiel dafür, wie wir das als LWL umsetzen, ist das 2017 gestartete „LWL-Programm für selbstständiges und technikunterstütztes Wohnen im Quartier“(SeWo). Hier bringen wir unser inklusives Know-how ein und wollen damit wichtige wie notwendige Impulse zum Thema Inklusives Wohnen in Westfalen-Lippe setzen.

Das Programm ermöglicht es Menschen mit wesentlichen Behinderungen, dank neuer und innovativer Ansätze weitgehend selbstständig und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben zu können. Wir entwickeln darin gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis, aber vor allem auch mit den Menschen mit Behinderungen selbst neue Ansätze, wie ein auf die jeweilige Behinderung abgestimmtes Wohnen von Technik unterstützt werden kann. Außerdem fördern wir gezielt die Einbindung ins Quartier.

Bereits zum zweiten Mal hat der LWL für ein solches Projekt zehn Millionen Euro bereitgestellt, um damit modellhaft verschiedene Wohnkonzepte zu realisieren. 15 davon werden von der Selbstständiges Wohnen gGmbH (SeWo) im Laufe der kommenden Jahre begleitet und auf bundesweiten Fachtagungen und in Arbeitskreisen vorgestellt.

 

LWL präsentiert sich inklusiv im Internet

Zu den innovativen Wohnkonzepten gehört Barrierefreiheit immer dazu. Sie ist eine wesentliche Voraussetzung für gelingende Inklusion, damit Menschen selbst entscheiden können, ob, wie und wo sie dabei sein möchten. Dabei beschränkt sich Barrierefreiheit nicht nur auf inklusive, bauliche Maßnahmen.

Das Thema ist zum Beispiel auch bei der Vermittlung und der Zugänglichkeit von Informationen entscheidend. Denn nur wer alle Informationen angemessen aufbereitet vorfindet, kann gut informiert, selbstständig und selbstbewusst gute Entscheidungen in eigener Sache treffen.

Der LWL hat dafür sein „Inklusives LWL-Internet“ entwickelt und führt es nun in mehreren Schritten verbandsweit für alle Websites ein. Im Laufe des Prozesses hat der LWL konsequent mit Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen zusammengearbeitet und die Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer eingenommen.

 

Inklusion in der Kultur

Mit dem Kulturpolitischen Konzept hat die LWL-Kultur unter intensiver Einbeziehung von Politik, LWL-Kultureinrichtungen und Kulturakteuren ein Dokument erarbeitet, das sich mit den kulturellen und gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahre befasst.

Inklusion ist ein Thema, das ein eigenes Kapitel erhalten hat, sich aber durch das gesamte Papier zieht. Gerade im Kulturbereich ist es wichtig, alle Menschen zu erreichen und mitzunehmen. Deshalb ist oberste Maxime sowohl bei den Vermittlungsangeboten als auch im Servicebereich, Inklusion von Anfang an mitzudenken.

Jede und jeder soll in allen Kultureinrichtungen die Chance haben, sich weitgehend selbstbestimmt bewegen und orientieren zu können. Wertschätzung von Menschen mit Behinderungen als Besucherinnen und Besucher der Museen und enge Kooperation mit den Behindertenverbänden für eine praxisnahe Arbeit und für ein steigendes Interesse dieser potenziellen Besuchergruppe an den Museen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Ebenso wichtig ist es, verstärkt Menschen mit Behinderungen als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch im Servicebereich einzusetzen.

 

Mehr Vielfalt durch Inklusion

Mit diesen und vielen anderen Maßnahmen wollen wir dazu beitragen, ein Bewusstsein für die besonderen behinderungsbedingten Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Wir können das meistern, indem wir für eine interessierte und offene Haltung der Zivilgesellschaft eintreten. Dafür wollen wir Informationen bieten und ein gesamtgesell­schaftliches Verständnis für Vielfalt wecken. Dies beinhaltet auch, die durch Art. 6 UN-BRK geforderte Berücksichtigung der Geschlechterperspektive bei der Umsetzung der UN-BRK im Rahmen der Aufgabenwahrnehmung zu berücksichtigen. Dem fühlt sich der LWL verpflichtet.

Die häufig benannten „Barrieren in den Köpfen“ wollen wir gemeinsam abbauen und überwinden. Auch dafür wurde im Jahr 2017 der LWL-Stabsbereich Inklusion und Kommunales eingerichtet. Inklusion ist heute noch stärker als zuvor als Querschnittsaufgabe in allen Bereichen unseres Verbands verankert.

Mit dem LWL-Stabsbereich Inklusion haben wir zudem in den vergangenen Jahren eine zentrale Stelle („Focal Point“ im Sinne der UN-BRK) geschaffen, die unsere Aktivitäten im Bereich Inklusion bündelt, koordiniert und mitgestaltet. Dieser dient als Anlaufstelle für allgemeine Fragen zur Inklusion, die auch über die jeweilige Zuständigkeit der einzelnen Fachabteilungen hinausgehen können.

 

Der neue Fortschrittsbericht zum LWL-Aktionsplan Inklusion gibt einen LWL-weiten Einblick in unsere vielfältigen Aktivitäten.

LWL-Aktionsplan Inklusion – Fortschrittsbericht 2020 (barrierefreies PDF)

Für Rückmeldungen zum Fortschrittsbericht, bei Fragen oder Bestellungswunsch der Druckausgabe wenden Sie sich gern an die Mitarbeiterin des LWL-Stabsbereichs Inklusion:

Nicole Krois
Tel.: 0251/591-4301
E-Mail: nicole.krois@lwl.org