Mehrere Personen betrachten eine Skulptur

Rückblicke

Skulptur Projekte 2007

Rundwege für Menschen mit Behinderung seit 2007

Erstmalig im Rahmen der Skulptur Projekte 2007 unterstützte der LWL spezielle Rundwege für Menschen mit Behinderung. Vor zehn Jahren standen insbesondere Angebote für Menschen mit geistiger Behinderung im Fokus. Mit Fragen und Hinweisen wurden die Gruppen ermutigt, genau zuzuhören, zu beobachten und nachzufragen. So wurden die Skulptur Projekte 2007 zu einem besonderen Kulturerlebnis für alle.

"Das ist eine tolle Sache"

Michael Angly nahm 2007 an einem Rundgang zu den Skulptur Projekten teil

 

2007 fanden im Rahmen der Skulptur Projekte zum ersten Mal spezielle Führungen für Menschen mit Behinderung statt. Michael Angly und seine Kollegen aus dem Werkstattrat von Westfalenfleiß haben vor zehn Jahren an der ersten Führung teilgenommen. Insgesamt entwickelten der LWL und die skulptur projekte gemeinsam fünf Rundgänge, die zu ausgewählten Skulpturen in Münsters Innenstadt führten.

Zur Reportage

Rückblick auf die Skulptur Projekte Münster

Seit 1977 untersuchen die Skulptur Projekte Münster im Abstand von zehn Jahren das ambivalente Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit, indem Kunstproduktion unmittelbar vor Ort geschieht: Sie setzt sich mit der städtischen Gemengelage auseinander und bezieht den "Bürger" aktiv mit ein. Mit dieser kritischen Fragestellung hat sich das Projekt seit 1977 in der Liga der großen internationalen Ausstellungen fest verortet.
Unter den vielen Projekten, die sich inzwischen mit "Kunst im öffentlichen Raum" beschäftigen, gilt Münster damit nicht nur als Pionier, sondern als die einzige Plattform, auf der seit 30 Jahren konstant das Thema aufgegriffen und zeitgemäß bearbeitet wird. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass städtischer Raum in den letzten Jahren von öffentlicher und privater Hand zunehmend vereinnahmt - oder aber bewusst vernachlässigt - wird, erscheint die Einladung an 36 internationale Künstlerinnen und Künstler umso dringlicher, um das Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit neu zu hinterfragen. "Heute ist der öffentliche Außenraum der Städte wie nie zuvor überdeterminiert und 'übergestaltet', von einer Renaissance der Kunstinstitutionen und einem neuen Zusammenklang von Gegenwartskunst und Museum ist die Rede. Das allgegenwärtige 'Kauf-mich' und 'Schau-mich-an' der Innenstädte hat dazu geführt, dass sich heutige Künstler oft 'undercover' und mit kritischer Distanz der Situation und dem Anspruch von Kunst im Außenraum nähern," erläutert Kuratorin Brigitte Franzen die gegenwärtige Situation.

Ihren Ausgangspunkt fanden die Skulptur Projekte 1977 in einem lokalen Konflikt um ein bevorzugtes Grundstück in der Stadt, der ein vorläufiges Ende mit einem Geschenk an die Stadt und ihre Bürger in Form einer zeitgenössischen Skulptur von George Rickey fand. Diese allerdings löste auf der Basis der vorangegangenen Ereignisse einen Sturm der Entrüstung aus. "Die Stimmung war damals so aufgeheizt, dass die lokalen Zeitungen wirklich gegen die Kunst Rabatz gemacht haben und Klaus Bußmann fühlte sich als Kustos des Westfälischen Landesmuseums und couragierter Aufklärer herausgefordert. Es war notwendig, Informationen über die sehr komplexe und nicht unbedingt populäre Geschichte der modernen Skulptur von Rodin bis in die Gegenwart zu geben. So entstand die Ausstellung innerhalb des Museums. Daneben gab es einen erweiterten Teil mit autonomen Skulpturen im Schlossgarten. Klaus Bußmann ist also der Initiator und hat mich dazu geholt. So ist der Projekte-Teil entstanden, und daraus haben sich dann mit Bußmann zusammen die drei Ausstellungen und jetzt mit uns Dreien die vierte Ausstellung entwickelt," resümiert Kasper König.