Richtung Inklusion

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Bei dem Schulausflug der Bielefelder haben sich die rund 80 Blinden und Sehbehinderten sowie die über 20 Lehrer die inklusive Sonderausstellung "Leben in der Dunkelheit" angesehen. Foto: LWL/Steinweg

Schulausflug der LWL-Förderschule "Opticus" ins LWL-Museum für Naturkunde

Sonderausstellung wird von Schülern auf Inklusionsgedanken geprüft

Die Grund- und Hauptschüler der Opticus Schule, LWL-Förderschule mit Förderschwerpunkt Sehen aus Bielefeld, waren am Mittwoch (18.11.) zu Gast im LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Bei dem Schulausflug der Bielefelder haben rund 80 blinde und sehbehinderte Schüler aller Altersgruppen sowie 20 Lehrer das Museum besucht. Sie hatten die Einladung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) angenommen und sich die inklusive Sonderausstellung "Leben in der Dunkelheit" angesehen.

Die Schulleiterin, Brigitte Lippert, hatte den Ausflug ermöglicht, um unter anderem das LWL-Museum bei der Auswertung der Ausstellung zu unterstützen. Lippert selbst hatte die Ausstellung bereits in diesem Sommer besucht und war mit der Ausstellungssituation vertraut. "In der Unterrichtung von Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit verfolgen wir das Prinzip der originalen Begegnung. Dieses Prinzip verfolgt auch diese Ausstellung und sie ist daher gut geeignet, den Kindern und Jugendlichen nachhaltige Erkenntnisse zu vermitteln", sagt die Schulleiterin. "Die Schülerinnen und Schüler konnten gestern mit der notwendigen Zeit und in der größtmöglichen Ruhe die Ausstellung besuchen und die angebotenen Objekte und auditiven Eindrücke auf sich wirken lassen", erläutert Lippert den Ausflug.

Das Museum führt derzeit eine Untersuchung in der Sonderausstellung durch. Eines der Ziele der Ausstellungskonzeption war es, sehbehinderten Menschen museal die Inhalte der Ausstellung zu vermitteln. Und zwar so, dass die Besucher sich diese Inhalte selbständig erschließen können. Um aus den Erfahrungen dieser aktuellen Sonderausstellung auch für zukünftige Ausstellungsprojekte zu lernen, führt das Museum derzeit diese Besucherbefragung durch und ging unter anderem eine Zusammenarbeit mit den LWL-Förderschulen ein. Bis zum Jahresanfang 2016 wird die Untersuchung mit Blinden- und Sehbehindertenvereinen, weiteren Gruppen und Einzelbesuchern fortgesetzt.

Die Sonderausstellung "Leben in der Dunkelheit", die auf über 1.200 Quadratmetern mehr als 700 Objekte zeigt, wurde erstmalig in weiten Teilen und allen Abteilungen nach dem Inklusionsgedanken konzipiert. So wurden beispielsweise mehr als 100 Objekte und Stationen eingeplant, die andere Sinne als den Sehsinn ansprechen und somit auch für Blinde oder Sehbehinderte lehrreich sind. Sehend, tastend, riechend und hörend kann das Leben in der Dunkelheit entdeckt werden. Zahlreiche Tafeln in Braille-Schrift vermitteln die Inhalte zusätzlich in schriftlicher Form.

Pressemeldung

Publikationsdatum: 19.11.2015

Themen: Freizeit