Richtung Inklusion

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Inklusive Bildung und Erziehung

Neues überregionales Bildungsangebot für Fachkräfte am LWL Berufskolleg in Hamm

Mit Beginn des Jahres 2017 macht sich der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) auf den Weg, einen weiteren Beitrag zur Erfüllung der UN-Behindertenrechtskonvention zu leisten. Zum 1. Februar richtet das LWL-Berufskolleg in Hamm den Aufbaubildungsgang "Inklusive Bildung und Erziehung" ein. Dieser Bildungsgang qualifiziert die Fachkräfte in inklusiv orientierten Schulen, Tageseinrichtungen für Kinder und Offenem Ganztag dazu, angemessene Standards umsetzen zu können.
Nicht nur Menschen mit einer Behinderung, sondern auch jeder andere Mensch, der von Ausgrenzung bedroht ist, weil ihm eine gleichberechtigte, soziale Teilhabe, Chancengleichheit verwehrt sind, soll gefördert werden. Als Menschenrecht für alle erfordert Inklusion einen Perspektivwechsel auf allen gesellschaftlichen Ebenen, auch und besonders auf der Ebene der Bildungspolitik und Bildungspraxis.

Der Aufbaubildungsgang umfasst 600 Stunden, die sich über drei Schulhalbjahre verteilen und schließt mit einer Prüfung enden. Er ist schulgeldfrei und wird in Form von blended learning angeboten. Blended Learning bedeutet Gemischtes Lernen: Gemischt werden dabei die Präsenzphasen des Lernens, die vor Ort in Hamm stattfinden, mit den Distanz-Lernphasen, also den Phasen des Lernens, die überwiegend online über das Netz stattfinden.


Heinz-Joachim Büker, der Leiter der Schule, über Ziele des neuen Bildungsangebotes:

Frage: Herr Büker, zum Halbjahr bietet Ihre Schule einen neuen Ausbildungsgang an, von dem Sie selbst sagen, dass es ihn in der schulischen Landkarte NRW's außer an Ihrer Schule nur noch zweimal in NRW gibt.

Büker: Der Bildungsgang "Fachkraft für inklusive Bildung und Erziehung" ist kein Ausbildungsgang, sondern ein Aufbaubildungsgang. Das heißt: Die Teilnehmer verfügen bereits über eine pädagogische Ausbildung, sei es als Erzieher, als Lehrerin oder in einem anderen pädagogischen Handlungsfeld. Das Angebot gibt es meines Wissens nur noch in Hagen und Düsseldorf.

Frage: Was will, was soll Ihr Bildungsgang leisten?

Büker: Beim Aufbaubildungsgang 'Fachkraft für inklusive Bildung und Erziehung‘ geht es um ganz konkretes Handwerkszeug für den pädagogischen Alltag in inklusiv orientierten Einrichtungen im Schulbereich oder in der Kinder- und Jugendhilfe. Rechtliche Kenntnisse sind dabei ebenso von Bedeutung wie die Entwicklung und Anwendung ressourcenorientierter Förder- und Teilhabepläne, die Kooperation in sozialen Netzwerken oder die Weiterentwicklung der konzeptionellen Arbeit in der eigenen Einrichtung.

Frage: Gehen Sie mit der Inklusion nicht ein Thema an, das allgemein sehr kritisch gesehen wird? Nicht Wenige sind der Ansicht, dass Kinder mit Behinderungen in Förderschulen bislang eine bessere Betreuung bekommen oder auch, dass das gemeinsame Lernen für Lehrer und Mitschüler häufig eine Belastungsprobe ist.

Büker: Ich will hier nicht beurteilen, welche Ursachen im Einzelfall zu den jeweils gewonnenen Eindrücken führen. Aber sicher ist es so, dass sich viele Schulen zu Recht mehr Ressourcen für die Umsetzung dieses großen Schrittes wünschen. Häufig sind dies mehr und andere räumliche Möglichkeiten, mehr Lernmaterialien, vor allem aber mehr Personal, Personal mit spezifischen Kenntnissen, die hilfreich sind, Kinder und Jugendliche, die bislang gesondert unterrichtet wurden, nicht länger zu separieren. Hier setzt unser Angebot an.

Publikationsdatum: 10.11.2016

Themen: Kindheit und Jugend