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Thabo Mpholo aus Südafrika leitet Kinder der LWL-Förderschule am Marsbruch in einem Workshop an: Wie lässt sich aus Rotkohl Farbe gewinnen? Foto: Hierl/LWL-Förderschule am Marsbruch

Austausch ohne Worte

Lehrer aus Südafrika zeigt Schülern der LWL-Förderschule am Marsbruch eine ganz eigene Art, sich zu verständigen und bringt Wissen über Pflanzen mit

Die LWL-Förderschule am Marsbruch in Dortmund hat Besuch aus Südafrika: Thabo Mpholo (30) aus Johannesburg. Der Lehrer von der Zayboon Motola School, eine Schule für körperbehinderte Kinder, ist noch bis Anfang November zu Gast. Thabo Mpholo bringt den Schülern der LWL-Förderschule mit dem Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung nicht nur bei, Farben aus Färberpflanzen herzustellen, sondern zeigt ihnen auch, wie Unterricht ohne Worte funktionieren kann.

Zustande kam der erstmalige Austausch durch eine Hilfsmittelspendenaktion der Ärztin Dr. Almud Pollmeier und ihren Verein Südafrika-Hilfe Dortmund. Alte, aber funktionstüchtige Gehhilfen, Rollstühle und Stehständer der Dortmunder LWL-Förderschule wurden im Juni gemeinsam mit Hilfsmitteln anderer Institutionen nach Südafrika verschifft. Aus dem Kontakt zur Schule in Johannesburg entstand die Idee einer Kooperation, und der Verein ermöglichte dem Lehrer Mpholo den Besuch der Dortmunder LWL-Förderschule.

"Mit seinem Besuch hat der südafrikanische Lehrer bereits viele Denkanstöße gegeben", sagt Schulleiterin Mechthild Miketta. So hat er die Schule in Dortmund beispielsweise dazu inspiriert, einen eigenen Färbergarten zu installieren und Naturfarben aus Färberpflanzen zu gewinnen. Auch mit einem Pantomime-Workshop beeindruckte er Kinder und Lehrer: Gemeinsam mit der Pantomime und Clown Wolfgang Neuhausen zeigte Thabo Mpholo, dass Verständigung untereinander auch ohne ein gesprochenes Wort funktioniert. In einer 'Mitmach-Show' in der Eingangshalle der Schule am Marsbruch konnten sich die Schülerinnen und Schüler in Gestik und Mimik ausprobieren. Miketta nimmt vom südafrikanischen Gast ebenso die Idee von sogenannten Lern-Tagen, die sich den gesamten Tag nur einem Thema widmen, für den deutschen Schulalltag mit.

"Auch wenn unsere beiden Schulen tausende Kilometer trennen, gibt es insgesamt doch viele ähnliche Ideen und Ansätze", resümiert die Schulrektorin. Die Ausstattung der beiden Einrichtungen sei jedoch sehr unterschiedlich. Für die Zukunft solle die Kooperation mit Thabo Mpholo fortgesetzt werden. "Wir wollen den Austausch wachsen lassen wie die Pflanzen für den Färbergarten. Eine Idee ist, dass unsere Schul-Radio-AG eine Sendung zum Färbergärten produziert und die an Thabo schickt", so die Schulleiterin.

Publikationsdatum: 25.10.2018

Themen: Kindheit und Jugend