Richtung Inklusion

Aktuelle Meldungen

"Förderschulen und Inklusion - das ist doch kein Gegensatz"

LWL-Schuldezernentin zum 50. Geburtstag der Rheinisch-Westfälische Realschule Dortmund

LWL-Schuldezernentin zum 50. Geburtstag: Die Rheinisch-Westfälische Realschule Dortmund, LWL-Förderschule, leistet einen wesentlichen Beitrag zur gleichberechtigten Teilhabe hörgeschädigter Jugendlicher

Ein besonderes Jubiläum: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) feierte zusammen mit einer großen Schulgemeinde in Dortmund am Samstag (23.6.) 50 Jahre Rheinisch-Westfälische Realschule, LWL-Förderschule, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation. Denn seit einem halben Jahrhundert können hier gehörlose und schwerhörige Schülerinnen und Schüler aus ganz Nordrhein-Westfalen ihren Realschulabschluss erwerben.

Das war nicht immer selbstverständlich. Jungen Menschen mit einer Hörschädigung war ein höherer Schulabschluss lange verwehrt. "Mit der Schaffung eines gleichberechtigten Zugangs zu einem qualifizierten Realabschluss leistet diese Schule einen wesentlichen Beitrag zur gleichberechtigten Teilhabe der hörgeschädigten Jugendlichen in der Gesellschaft", sagte LWL-Schuldezernentin Birgit Westers bei der offiziellen Geburtstagsfeier in Dortmund.
"Förderschulen und Inklusion - das ist doch kein Gegensatz", betonte Westers. Für viele Kinder und Jugendliche sei das Gemeinsame Lernen sicher der richtige Weg.
"Aber eben nicht für alle", so Westers, "für viele Schülerinnen und Schüler werden die LWL-Förderschulen auch zukünftig der beste Förderort bleiben". Das gelte auch für die Rheinisch-Westfälische Realschule in Dortmund. Der LWL als Schulträger unterstützt das Gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung nach Kräften und hat gemeinsam mit seinen Förderschulen eine Vielzahl von Maßnahmen zur Unterstützung der schulischen Inklusion auf den Weg gebracht. "Entscheidend müssen bei allen Entwicklungen aber immer das Wohl und die Bedarfe der Kinder und Jugendlichen sein. Wir müssen Inklusion von den Schülerinnen und Schülern aus denken", forderte Birgit Westers. Sie begrüßte es ausdrücklich, dass die NRW Landesregierung sich klar dazu bekannt hat, dass die Wahlmöglichkeiten der Eltern zwischen der allgemeinen Schule und einer Förderschule gewahrt bleiben müssen und kein Förderort zu Lasten eines anderen benachteiligt werden darf.

Hintergrund:
Bis heute ist die Rheinisch-Westfälische Realschule die einzige eigenständige Realschule für gehörlose und schwerhörige Jugendliche in NRW. Aktuell werden hier 166 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 10 unterrichtet und gefördert. Ein großer Teil der Schulabgänger erwirbt die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. Viele der ehemaligen Schulabgänger besuchen im Anschluss den gymnasialen Zweig des Rheinisch-Westfälischen-Berufskollegs für Hörgeschädigte in Essen.
Mit Blick auf den großen Einzugsbereich ist es für viele Schülerinnen und Schüler nicht möglich, täglich vom Elternhaus zur Schule und wieder zurück zu fahren. Darum unterhält der LWL vor Ort auch ein Internat, in dem derzeit 46 Kinder und Jugendliche während der Schulwoche leben.
Das Kollegium der Rheinisch-Westfälischen Realschule Dortmund unterstützt mit seiner besonderen Expertise darüber hinaus aktuell 110 Schülerinnen und Schüler mit einer Hörschädigung an 60 Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen im weiten Umkreis der Förderschule.

Pressemeldung

Publikationsdatum: 23.06.2018

Themen: Kindheit und Jugend