Leichte Sprache

Jeder soll es verstehen

Alle Grafiken zur Leichten Sprache stammen aus dem Werk

 

Gesetze, Briefe, Verträge, Formulare und Vorträge: Für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder einer geistigen Behinderung sind sie oft eine Herausforderung. Komplizierte Sprache schließt diese Gruppe von der Gesellschaft aus. Immer häufiger gibt es deshalb Übersetzungen in sogenannte Leichte Sprache: Kurze Sätze, der Verzicht auf Fremdwörter und bildliche Sprache oder Wortwiederholungen machen die Texte dabei verständlicher. Ebenso helfen bestimmte Schriftarten und ergänzende Bilder, die Inhalte begreifbar zu machen. Auch für Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen, die die Deutsche Gebärdensprache als Muttersprache haben, sind solche Übersetzungen sinnvoll.

Auf seinem Weg Richtung Inklusion hat der LWL bereits Texte in Leichte Sprache übersetzen lassen. So zum Beispiel Informationen zum Persönlichen Budget und den LWL-Inklusionsbericht der neben einer Druckfassung und einem barrierefreien PDF zusätzlich in Leichter Sprache herausgegeben wurde.

 

 

Regeln für Leichte Sprache


Bei Leichter Sprache müssen bestimmte Regeln für Sprache und Präsentation eingehalten werden. Es gibt über 40 Bestimmungen für Wortwahl, Satzbau und Strukturierung der Themen, Darstellung des Textes in Schrift und Formatierung sowie die Ergänzung durch erklärende Bilder und Grafiken. Eine Regel besagt auch, dass alle Texte durch Menschen mit Lernschwierigkeiten gegengelesen und so auf Verständlichkeit geprüft werden. Erst dann kann das Dokument das Zeichen für Leichte Sprache erhalten: ein lesende Person auf blauem Grund.

Beispielregeln aus „Halt! Leichte Sprache“ vom Netzwerk Leichte Sprache:

Benutzen Sie kurze Wörter
Schlecht: Omnibus
Gut: Bus

Benutzen Sie einfache Wörter
Schlecht: Dieses Gesetz gilt für alle Menschen.
Gut: Dieses Gesetz ist für alle Menschen.

Trennen Sie lange Wörter mit einem Binde-Strich
Damit kann man die Wörter besser lesen.
Schlecht: Bundesgleichstellungsgesetz
Gut: Bundes-Gleichstellungs-Gesetz

Benutzen Sie positive Sprache
Schlecht: Peter ist nicht krank.
Gut: Peter ist gesund.

Seien Sie vorsichtig bei Rede-Wendungen und bei bildlicher Sprache
Viele Menschen verstehen das falsch.
Sie nehmen diese Sprache wörtlich.
Zum Beispiel:
Das Wort Raben-Eltern ist bildliche Sprache. Raben-Eltern sind aber nicht die Eltern von Raben-Küken.
Mit Raben-Eltern meint man schlechte Eltern.

Nützliche Seiten rund um das Thema Leichte Sprache:

www.leichtesprache.org
Netzwerk Leichte Sprache

www.bitv-lotse.de
Handlungsanleitungen, Informations- und Schulungsmaterialien zur Herstellung von barrierefreien Internetseiten gemäß der BITV

www.hurraki.de
Wörterbuch in Leichter Sprache