LWL-Freilichtmuseum Hagen

Barrierefreies Bauen

Die Gebäude und Einrichtungen des LWL unterscheiden sich derzeit noch sehr voneinander, wenn es um die Barrierefreiheit geht. Die Neubauten der vergangenen Jahre sind barrierefrei zugänglich für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Bei der älteren und denkmalgeschützten Bausubstanz sind diese Anforderungen jedoch zum Teil noch nicht umgesetzt. Nicht alle Immobilien und Außenanlagen sind auf Menschen mit Sinnesschädigungen ausgerichtet – deren Belange wurden in der Vergangenheit nur rudimentär berücksichtigt.

Eine Übersicht über Art, Umfang und Priorisierung der nötigen Investitionen in der Zukunft liegt bisher nicht vor. Einen Eindruck über das finanzielle Engagement geben die Summen, die der LWL seit Oktober 2010 für barrierefreie Um-, Aus- und Neubauten ausgegeben hat – zu dem Zeitpunkt trat die wichtige DIN-Vorschrift 18040-1 in Kraft, die beschreibt, unter welchen Voraussetzungen bauliche Anlagen als barrierefrei einzustufen sind.

Seitdem investierte der LWL vor dem Hintergrund dieser Anforderungen in den Einrichtungen der LWL-Kulturverwaltung rund 15 Millionen Euro – mit einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen, zu denen auch der barrierefreie Neubau des LWL-Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münster gehört, der 2014 eröffnet wird. Im Bereich der LWL-Schulen gab der Verband rund 12 Millionen Euro aus – ebenfalls für viele kleinere Projekte, aber auch für die Offene Ganztagsschule und Turnhallen in Bielefeld und Münster sowie den Neubau der LWL-Förderschule Oelde, Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung. Die höchsten Investitionen tätigte der LWL im LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen, für dessen Kliniken, Pflegezentren und Wohnverbünde derzeit sieben laufende Maßnahmen mit rund 29 Mio. Euro und weitere 13 Maßnahmen, die für die kommenden drei Jahre geplant sind, mit 90 Millionen Euro umgesetzt werden.

Um das Thema Barrierefreiheit weiterzubringen, ist eine flächendeckende Bestandsanalyse nötig, um anschließend die Maßnahmen nach Wichtigkeit zu priorisieren. Dafür sollen die Gebäude in Zusammenarbeit von LWL-Bau- und Liegenschaftsbetrieb und den Einrichtungen mithilfe einer Checkliste auf wesentliche Aspekte der Barrierefreiheit analysiert werden. Anschließend soll ein Aktionsprogramm aufgestellt werden, das sich an den Prioritäten der jeweiligen Anlagen und Gebäude und an der finanziellen Machbarkeit orientiert.

Über die Jahre sollen auf diese Weise eine große Anzahl von Einrichtungen in Stufen barrierefreier gestaltet werden – für alle Menschen unabhängig von der Art ihrer jeweiligen Einschränkung.

Checkliste zur Überprüfung der Barrierefreiheit von Gebäuden

Erst flächendeckend analysieren, dann stufenweise investieren

Judith Pirscher, LWL-Bau- und Liegenschaftsdezernentin

Judith Pirscher, LWL-Bau- und Liegenschaftsdezernentin

Wenn Fachabteilungen des LWL Inklusion in ihren Einrichtungen vorantreiben, werden oft auch bauliche Maßnahmen nötig. Um sie praxisorientiert umsetzen zu können, muss der LWL-BLB einheitliche Anforderungen formulieren. Dafür ist es wichtig, die Bedürfnisse der Nutzer zu berücksichtigen. Diese können im Regelfall die LWL-Kolleginnen und -kollegen in den Einrichtungen am besten beurteilen und die Dringlichkeit von Maßnahmen priorisieren. Wir wollen deshalb das Know-how vor Ort und unseren baufachlichen Sachverstand zusammenführen, um gute und umsetzbare Konzepte auf den Weg bringen zu können.

Wo per Freiraumplanung Barrierefreiheit erreicht wird

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen bietet spannende Handwerks- und Technikgeschichte Westfalens und Lippes. Um die barrierefreie Zugänglichkeit von Gebäuden und Einrichtungen in Hanglagen zu gewähren, bedarf es guter Ideen und eines planvollen Vorgehens.

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