Werkstattfähigkeit

 

Der LWL-Zuverdienst setzt für alle Zielgruppen voraus, dass sie zum Zeitpunkt der Antragstellung wesentlich behindert, voll erwerbsgemindert aber werkstattfähig sind.

Es ist daher zu prüfen, ob antragstellende Menschen eine Mindestleistungsfähigkeit aufweisen, die eine Integration in die Werkstätten für behinderte Menschen ermöglichen.

Die Zielgruppen „Besucher von Tagesstätten oder tagesstrukturierenden Maßnahmen“ sowie „Werkstattvermeider“, die das Aufnahmeverfahren zur Werkstatt noch nicht durchlaufen haben, sind hinsichtlich ihres Leistungspotentials einzuschätzen.

Die Rahmenzielvereinbarung von 2007 zwischen den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege und dem LWL über Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, definieren die Werkstattfähigkeit so, dass „eine regelmäßige Werkstattbeschäftigung von mindestens an 3 Tagen die Woche und mindestens drei Stunden am Tag ausreichend sein kann, die Ziele der Eingliederungshilfe sowie die Aufgaben der Werkstatt im Einzelfall zu erfüllen, wenn die wöchentliche Beschäftigungszeit regelmäßig wenigstens 15 Stunden beträgt.“

Der Widerspruch zwischen der Mindestdauer in den Werkstätten (über 15 Wochenstunden) und der Beschränkung bei Geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen (unter 15 Wochenstunden) löst sich dadurch auf, dass in den Mindeststunden der Werkstätten auch Pausen enthalten sind. Dadurch verringert sich die effektive Beschäftigungszeit auf unter 15 Stunden.

Die tägliche Mindestarbeitsfähigkeit sollte im LWL-Zuverdienst aber eine Stunde betragen.