Tagung zum Thema "Häuser retten" im LWL-Freilichtmuseum Detmold

am 1. Juli 2018

„Unser gemeinsames Ziel ist es, Initiativen aus Westfalen eine Plattform zu bieten, die mit ehrenamtlichem Engagement in ihren Städten oder Gemeinden Gebäude erhalten und diese für die Gemeinschaft wieder nutzbar machen“, so Matthias Löb, Vorsitzender des Westfälischen Heimatbundes, in seiner Begrüßung. „Historische Gebäude gehören zu unserer Kulturlandschaft“ unterstrich Dr. Albert Hüser, Vorsitzender des Lippischen Heimatbundes in seinem Grußwort.

Dr. Silke Eilers, Geschäftsführerin des WHB, führte als Moderatorin durch die Tagung, die sich nicht nur an Fachpublikum, sondern ganz gezielt auch an kleinere Vereine oder auch Privatpersonen richtet, die selbst vor der Entscheidung stehen, ein historisches Gebäude zu bewahren und einer neuen Nutzung zugänglich zu machen. Anschauliche Vorträge von Initiativen wechselten sich mit Wortbeiträgen der Teilnehmer ab. Dorf aktiv e. V. aus Rheda-Wiedenbrück stellte die Umnutzung des Küsterhauses in St. Vit zu einem Dorfgemeinschaftshaus vor. Der Heimatverein Milte e. V. zeigte sein Konzept, ein ehemaliges Behelfsheim in ein Migrationsmuseum umzuwandeln. Die Altstadtfreunde Warendorf e. V. gaben einen Einblick in ihr vielfältiges Wirken für die Lebensqualität vor Ort. Der Verein beschränkt sich nicht allein auf den Erhalt historischer Gebäude, sondern kümmert sich auch um die Sicherung von Grundbedürfnissen, wie die Schaffung von verkehrsberuhigten Zonen, den Erhalt von Kindergärten und Grundschulen oder die Möblierung von Straßenräumen. Das Zentrum für historische ländliche Baukultur im Münsterland e. V. mit Sitz in Lüdinghausen widmet sich bewusst nicht den Gebäuden, die im Fokus der Öffentlichkeit stehen, sondern vielmehr dem zum Teil unbeachteten Thema der Alltagsarchitektur, historischer Baukultur auf dem Lande. Als ein Beispiel wurden historische Trafotürme dargestellt. Das Bündnis für Buchholz e. V. erläuterte, wie sich Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt einer Kirche eingesetzt haben und wie man nun dem Gebäude mit zahlreichen Veranstaltungen mit einem tragfähigen Konzept neues Leben einhaucht.

Anschließend zeigte die Jugendbauhütte Westfalen aus Soest, wie Nachwuchs für den Bereich Denkmalpflege gewonnen werden kann. Sie ist eine von 13 Jugendbauhütten in Deutschland, in denen Jugendliche die Möglichkeit haben, verschiedene Berufe rund um Handwerk und Denkmalschutz im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres kennenzulernen.

Wie Anerkennung von bürgerschaftlichem Engagement wie auch die Förderung von Wissen, und der Erhalt von Gebäuden gelingen kann, präsentierte in Bezug auf historische kleine Bürgerhäuser in Westfalen-Lippe die private Stiftung „Kleines Bürgerhaus“.

Am Nachmittag führten Mitarbeiter der Bauabteilung des Museums die interessierten Teilnehmer zu einzelnen Baustellen im Gelände des LWL-Freilichtmuseums und veranschaulichten vor Ort die historischen Sanierungsmaßnahmen. Prof. Dr. Jan Carstensen, Leiter des LWL-Freilichtmuseums Detmold, hob hervor: „Das LWL-Freilichtmuseum trägt bereits mit mehr als 120 Gebäuden aktiv zum Erhalt der Baukultur bei." Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der abschließenden Diskussionsrunde waren sich einig: Eine Tagung, die in jedem Fall wiederholt werden soll!