Derick Baegert (um 1440–1515) gehört zu den wichtigsten Vertretern der nordwestdeutschen Malerei der zweiten Hälfte des 15. Jh. und der ersten Jahre des 16. Jh., einer künstlerischen Epoche am Wendepunkt zwischen dem späten Mittelalter und der beginnenden Renaissance.

Derick Baegert, Maria mit Kind, den Aposteln, Andreas und Thomas und Stifterfamilie (um 1495-1500)

Derick Baegert, Maria mit Kind, den Aposteln, Andreas und Thomas und Stifterfamilie (um 1495–1500)

Wie die Künstler des Niederrheins insgesamt von der unmittelbaren Nachbarschaft der Niederlande und dem sich daraus ergebenden Grenzverkehr der Künstler profitierten, zeigt das Œuvre Derick Baegerts besonders deutlich die enge stilistische Verbundenheit seines Schaffens mit der niederländischen Schule.

Als Teil der intensiven Marienverehrung um 1500 zeigt das neuerworbene Tafelbild die Gottesmutter von einer Mondsichel getragen, mit dem Jesuskind auf dem Schoß. Das zentrale Paar wird von Engeln umgeben, die, mit Musikinstrumenten versehen, durch allegorische Attribute auf den Sündenfall, die Erlösung durch die Passion Christi sowie durch eine Krone auf die Stellung Marias als Königin der Engel und des Himmels verweisen.

Das Zentrum der Darstellung mit Maria, Jesus und den Engeln wird links und rechts im Mittelgrund durch die stattlichen Figuren der Apostel Andreas und Thomas ergänzt, während im Vordergrund das Stifterpaar der Tafel mit Sohn und Tochter die Komposition vervollkommnet.