Kunstwerk des Monats

Seit 1978 stellen wir jeden Monat eine Arbeit aus unserer Sammlung vor. Das Kunstwerk des Monats ist im Foyer des Museums am Eingang Pferdegasse ausgestellt.

Das Kunstwerk des Monats im Januar ist die "Deutsche Verlustliste" aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. © LWL / Christoph Steinweg

Kunstwerk des Monats Januar 2019

Das Museum stellt im Januar ein neues Kunstwerk des Monats vor: Es handelt sich um die „Deutsche Verlustliste“, die in den Jahren 1914 bis 1919 Auskunft über die Verluste deutscher Armeeangehöriger gab.

Die „Deutsche Verlustliste“ war zur Zeit des Ersten Weltkriegs ein offizielles Mitteilungsblatt des Militärs und erschien beinahe täglich. In mehr als 2500 Ausgaben erfolgten über neun Millionen Einträge, die die Öffentlichkeit über gefallene, verwundete, vermisste oder in Kriegsgefangenschaft befindliche Soldaten informierten. Unter den als gefallen verzeichneten Soldaten ist unter anderen der Künstler August Macke, der im September 1914 starb, und dessen Bilder auch im LWL-Museum für Kunst und Kultur zu sehen sind.

Ein nahezu vollständiges Exemplar der „Deutschen Verlustliste“ ist im Besitz der Bibliothek des Museums, es enthält Einträge bis zum 31. März 1919. Die Verlustlisten zeigen eindrücklich, in welch hoher Zahl der Krieg Tod, Verwundung und Ungewissheit über die Soldaten und ihre Angehörigen brachte. Die bürokratische Erfassung und Aktualisierung der Frontinformationen ermöglicht außerdem, den Kriegsverlauf mit seinen hohen Verlustzahlen nachzuzeichnen. Dies deuteten die Verlustlisten schon zu Kriegszeiten vor mehr als 100 Jahren an, doch war die Militärführung bestrebt, einen umfassenden Blick in Verlustzahlen zu versperren. Die gesamte Verlustliste wurde im Jahr 2014 durch eine Initiative erschlossen und kann unter www.verlustlisten.de eingesehen und durchsucht werden.

Neben den Verlustlisten befinden sich im Museumsbestand weitere historische Zeugnisse der Weltkriegszeit, etwa die „Deutsche Suchliste“, die Vermisstenanzeigen von Privatpersonen beinhaltete, oder die Publikation „Unermittelte Heeresangehörige – Nachlaß und Fundsachen“. Martin Zangl, der Bibliothekar des Museums, erklärt zur Bedeutung der Verlustlisten: „Bei aller verwaltungsmäßigen Sachlichkeit muss man sich vor Augen halten, dass auf den Tausenden von Seiten hinter jedem kleingedruckten Eintrag ein menschliches Schicksal steht.“ Dadurch ist das Kunstwerk des Monats Januar auf besondere Weise eine historische Quelle, die auch in der und für die Gegenwart bedeutend ist.

 

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Kuratorenführung

In der Kuratorenführung am Freitag, 25. Januar, um 14 Uhr stellt Martin Zangl die Verlustlisten vor. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Abonnement

Die Publikation "Kunstwerk des Monats" ist im Museumsshop für 1,00 Euro erhältlich. Es gibt sie auch im Abonnement für 12 Euro im Jahr. Es wird Ihnen zweimal jährlich zugeschickt.

Ihre Bestellungen richten Sie bitte an museumkunstkultur(at)lwl.org