Kunstwerk des Monats

Seit 1978 stellen wir jeden Monat eine Arbeit aus unserer Sammlung vor. Das Kunstwerk des Monats ist im Foyer des Museums am Eingang Pferdegasse ausgestellt.

In der Sonderpräsentation „300 Jahre Clemens August in Westfalen“ des Museums sind die Münzen der Ausbeute-Serie derzeit zu sehen. Foto: LWL/Sabine Ahlbrand-Dornseif

Kunstwerk des Monats Mai 2019

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster zeichnet im Mai eine Münzserie des Fürstbischofs von Münster sowie Kurfürsten und Erzbischofs von Köln, Clemens August von Bayern (1700–1761), als Kunstwerk des Monats aus. Die Münzen nehmen Bezug auf den Bergbau im Herzogtum Westfalen und dienten der Außendarstellung des Landesfürsten.

Clemens August war einer der einflussreichsten geistlichen Fürsten des 18. Jahrhunderts, sein Wirken reichte von Osnabrück über Münster, Paderborn und Köln bis nach Regensburg und Berchtesgaden. Zur Darstellung seiner Macht ließ der Bayernprinz verschiedene Münzserien prägen, von denen sich die nun als Kunstwerk des Monats ausgezeichnete Ausbeute-Serie auf seine Herrschaft in Westfalen bezog. Die Münzen mit verschiedenen Werten waren wie Medaillen reine Repräsentationsprägungen eines prestigebewussten Fürsten, zeigen meist sein Brustbild in barocker Pracht und kommunizieren auch politische Erklärungen.

Die Münzen der Serie aus dem Jahr 1759 zeigen auf der Vorderseite das Porträt des gealterten Clemens August im Profil und drücken durch verschiedene Symbole seine Stellung als Fürsten aus. Die Rückseiten zeigen Bergwerksszenen, propagieren den seit dem 16. Jahrhundert geläufigen Bergmannsgruß „Glück auf“ und verweisen auf die Herkunft des genutzten Silbers aus westfälischen Bergwerken im Sauerland. Dazu enthalten sie Darstellungen eines Löwen, der Clemens August symbolisiert und verdeutlichen sollte, dass die Bergwerke Westfalens mithilfe einer neuen Bergordnung unter seinem Schutz, aber auch seiner Kontrolle stehen sollten.

Der anspruchsvolle Entwurf der Münzen stammt vom Genfer Stempelschneider und Goldschmied Elias Gervais (* 23. Januar 1721, † 20. März 1791). Sie stehen dabei auch für die Verschwendungs- und Prunksucht des Fürsten und verdeutlichen, dass seine Vorhaben, hier die neue Bergordnung, nicht immer umgesetzt wurden, da er nicht selten an konkreter Landespolitik interessiert war. Für Stefan Kötz, Münzkundler des Museums, ist „die Serie von 1759 somit eher ein Stück landesherrlicher Propaganda, metallenes Medium der Selbstdarstellung Clemens Augusts, der sich als Bergbaugesetzgeber und -förderer“ sah – wenngleich nur mit geringem Erfolg.

 

 

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