LWL-Museum für Kunst und Kultur

Rosemarie Trockel

Rosemarie Trockel (*1952), Norweger, 1986, Wolle gestrickt, 220 x 140 cm, Inv. Nr. A-1133 WPF, Leihgabe der Westfälischen Provinzial Versicherung © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Rosemarie Trockel, Norweger, 1986

Das Strickbild hat Rosemarie Trockel, die sich spätestens seit den 1980er Jahren einen Namen als Konzeptkünstlerin machte, nicht selbst gestrickt. Die Wolle wurde von Computer-gesteuerten Strickmaschinen verarbeitet. Das Strickbild zeigt das typische Muster eines Norweger-Pullovers. Ausgangspunkt für diese und viele ihrer anderen Arbeiten sind Rosemarie Trockels Erfahrungen in einer männerdominierten Kunstwelt. Gezielt setzt sie hier ein Material und eine Technik ein, die zumeist als typisch weiblicherHandarbeit gesehen wird. Die maschinelle Herstellungsweise des Strickbilds stellt sich dieser Erwartungshaltung entgegen. Die Künstlerin zeigt mit dieser Arbeit, ob die oft als peinlich eingestufte Arbeit von Frauen – dies ist im Kontext der 1980er Jahre zu sehen – von der Umgehensweise mit einem Material abhängt oder mit dem Material selbst.