LWL-Museum für Kunst und Kultur

Otto Piene

Otto Piene (1928–2014), Feuerbild III auf Rot, Feuergouache, 68,2 x 95,8 cm, Inv. Nr. KdZ 4088 FG, Leihgabe der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit e.V. © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Otto Piene, Feuerbild III auf Rot

Licht, Rauch, Gas und Feuer sind elementare Materialien, die Otto Piene (1928–2014) für seine Feuerbilder verwendet. Er zündet seine Bilder tatsächlich an, nachdem er sie mit unterschiedlichen Farben und Stoffen behandelt hat. Die gelöschten Flammen formen abstrakte Strukturen und bilden gleichzeitig die Energie ab, die freigesetzt wird. Im Feuerbild III konzentriert sich diese auf einen fast perfekten Kreis, der in konzentrischen Bahnen aus Ruß besteht und in der Mitte sein schwarzes Zentrum hat. Der starke Kontrast mit der roten Farbe des Hintergrunds verstärkt den energetischen Eindruck.

Für Otto Piene sind Feuer und Licht, aber auch Luft und Bewegung zentrale Parameter und Medien seiner Kunst. Als Mitbegründer der einflussreichen Düsseldorfer Künstlergruppe ZERO (1958–1966, zusammen mit Heinz Mack, später mit Günther Uecker) wollte er mit der wörtlichen „Stunde Null“ der grausamen Vergangenheit des Zweiten Weltkrieges eine reinere, heilere Welt entgegensetzen, die eine hoffunungsvolle, idealistische Lebensauffassung vermittelte. Daher konzentrierten sich die Künstler der Gruppe auf eine „Klarheit der reinen Farbe und der dynamischen Lichtschwingung im Raum“ (Otto Piene). Die Vorstellung von der Reinheit der künstlerischen Idee fand seine Entsprechung im Werk durch die Verwendung von elementaren Materialien.