LWL-Museum für Kunst und Kultur

Nam June Paik

Nam June Paik (1932–2006), The Mongolian Tent, 1993, Filz, Bronze, Holz, Durchmesser 500 cm, Höhe 250 cm, Inv. Nr. A-1130 LM © Nam June Paik Estate

Nam June Paik, The Mongolian Tent, 1993

Ursprünglich Teil einer Installation auf der 45. Venedig Biennale 1993, bildet das traditionelle Zelt mongolischer Nomaden vor den weißen Wänden des Ausstellungsraums einen ganz eigenen Raum. Die Holzkonstruktion ist mit grauem Filz bedeckt und erinnert an Arbeiten des Künstlers Joseph Beuys. Im Zeltinneren liegen, auf grasbedecktem Boden, sieben bronzene Abgüsse von Nam June Paiks Gesicht, die der Künstler im Stil einer Totenmaske bereits in den 1980er Jahren anfertigen ließ. Dahinter das wohl bekannteste und in verschiedenen Variationen wiederkehrende Motiv Paiks: ein vor dem Fernsehbildschirm kontemplierender Buddha. In der ersten Version von 1974 wird der Buddha von einer Kamera, die auf dem Monitor steht, gefilmt. Das Bild wird direkt von der Kamera auf den Bildschirm übertragen. Die Buddhastatue meditiert in einem geschlossenen Kreislauf über ihrem eigenen Abbild. In dem Zelt dagegen steht im leeren Fernsehgerät eine Kerze, ein Sinnbild der Vergänglichkeit. Erlischt die Kerze, blickt Buddha ins Dunkle.