LWL-Museum für Kunst und Kultur

Ludger tom Ring d.J.

Ludger tom Ring, d.J., (1522–1584) Drei Pfauen, 1566, Öl (Mischtechnik) auf Eichenholz, 58 x 90 cm, Inv. Nr. 1050 LM © LWL-Museum für Kunst und Kultur

Ludger tom Ring, d.J., Drei Pfauen, 1566

In der Renaissance vollzieht sich die Aneignung der Welt in all ihren Erscheinungsformen auf unterschiedlichen Entdeckerebenen. Für die Künstler wird neben der Darstellung des Menschen im Porträt oder Akt die realitätsnahe Erfassung der Natur eine der zentralen Herausforderungen. Der in Münster geborene Ludger tom Ring d.J. schuf zahlreiche Studien von Pflanzen und Tieren; mit seinem Gemälde Drei Pfauen löst er die Tierdarstellung aus ihrem übergeordneten Zusammenhang heraus und entdeckt sie als ein eigenständiges Bildthema.

Zwei Pfauenhähne und eine Henne sind in starker Verkürzung auf steinigem Grund dargestellt. Die Naturnähe und differenzierte Stofflichkeit der Malerei macht dieses ungewöhnliche Gemälde zum ersten „Tierlebenbild“ der Kunstgeschichte. Unauffällig und dennoch stolz an zentraler Stelle platziert der Maler Datierung und Signatur auf einem Stein in der Mitte des Bildes. Die prachtvollen Pfauen und die Blumenbilder Ludger tom Rings d.J. gehören zu den großen Schätzen des Museums. Mit ihnen legt er die Basis für die Gattung des Stilllebens die im 17. Jahrhundert eine vielgestaltige, differenzierte Ausformung erhält.