LWL-Museum für Kunst und Kultur

Josef Albers

© The Josef and Anni Albers Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Josef Albers (1888-1976), Selected (Homage to the Square), 1959, Öl auf Hartfaserpappe, 101,5 x 101,5 cm, Inv. Nr. 1255 LM

Ab 1950 entwickelt Josef Albers seine Bildserie Homage to the Square, in der er immer wieder aufs Neue die unterschiedliche Wirkungsweise von Farbe untersucht. In den zahlreichen Variationen seiner Quadratbilder vermeidet er bewusst jede individuelle Handschrift. Albers nutzt industriell hergestellte Farben, die vor dem Auftrag nicht weiter verändert werden und deren exakte Bezeichnungen er in der Regel auf der Rückseite der Bilder notiert. Die Farben bringt er mit einem Spachtel direkt aus der Tube auf den Bildträger, so dass kein Pinselduktus mehr vom Wesentlichen ablenken kann: Der Farbe selbst.

In Selected umrahmen zwei unterschiedlichen Gelbtöne das kühle Hellgrau. Durch die Aufhebung von Farb- und Formgrenzen können die Farben ungehindert aufeinander wirken, sich die homogenen Flächen beim Prozess des Sehens verändern. Plötzlich erscheint das Bild nicht mehr flächig, sondern tiefenräumlich, die verschiedenen Farbzonen geraten in Bewegung, kontrastieren einander oder schwächen sich gegenseitig ab.

Albers reduzierte Quadratbilder wurden sowohl für die Farbfeldmalerei als auch die amerikanische Malerei der sechziger und siebziger Jahre zum Vorbild.