LWL-Museum für Kunst und Kultur

Johann Brabender

Johann Brabender, Adam und Eva vom Paradiesportal des St. Paulus-Doms in Münster, um 1545/50, Baumberger Sandstein, originale Fassungsreste, Inv. Nr. D-454 DK, Leihgabe des St. Paulus-Doms, Münster © LWL-Museum für Kunst und Kultur

Johann Brabender, Adam und Eva vom Paradiesportal des St. Paulus-Doms in Münster, um 1545/50

In der vollplastischen Figurengruppe des „Sündenfalls“ offenbart sich das künstlerische Können des münsterischen Bildhauers Johann Brabender. Auf das bedeutendste Vorbild seiner Zeit, den Nürnberger Maler Albrecht Dürer zurückgreifend, überschreitet er als erster in der Region die Schwelle vom Mittelalter zur Renaissance. Adam und Eva erscheinen als lebendige Wesen mit durchpulsten Adern, angespannten Muskeln und jugendlich-straffer Haut. Eine besondere Note verleiht Johann dem Thema durch den Gegensatz zwischen der unbekümmert lächelnden Eva und dem ernst blickenden Adam – auf die Erkenntnis der eigenen Nacktheit folgt bekanntlich die Vertreibung aus dem Paradies. Die in großen Teilen erhaltene originale Bemalung (Fassung) trägt zum zwischen Heiterkeit und Demut schwankenden Charakter des Bildwerks bei.

Ein zu Füßen des Baumes sitzender Putto präsentiert die Familienwappen des Auftraggebers, des Domherren Dietrich von Meschede. Ursprünglicher Standort der Gruppe war das Portalfeld (Tympanon) über dem Eingang zur südlichen Vorhalle des Doms, auch Paradies genannt.