LWL-Museum für Kunst und Kultur

Gerhard Richter

Gerhard Richter (*1932), Familie Wende, 1971, Öl auf Leinwand, 150 x 125 cm, Inv. Nr. 2308 LG, Leihgabe aus einer gemeinnützigen Stiftung © Gerhard Richter

Gerhard Richter, Familie Wende, 1971, Öl auf Leinwand

In der klassischen Dreieckskomposition stellt Gerhard Richter in diesem Ölgemälde die Familie Wende dar. Das Bild wurde 1971 von dem Münsteraner Fotografen Manfred Wende in Auftrag gegeben. Bereits seit 1961 arbeitete Gerhard Richter an einer Reihe von Bildern, die auf Fotos basieren und so mit der informel-abstrakten Malerei, die sich zu der Zeit etabliert hatte, brachen. Es sind fotorealistische Gemälde, die Richter schuf und mit dem Stilmittel der Unschärfe malerisch veränderte. So lassen sich die dargestellten Personen nicht mehr genau erkennen, das gemalte Foto erfüllt nicht mehr seinen ursprünglichen Zweck als Erinnerungsstück. Den verschwommenen Effekt erzeugt Gerhard Richter, indem er mit einem Pinsel über die noch nasse Ölfarbe streicht. So kann er den Grad der Unschärfe individuell bestimmen. Nur aus einer gewissen Distanz lässt sich das eigentliche Motiv der Arbeit ausmachen.

Manfred Wende sammelte schon früh Arbeiten von Gerhard Richter, der 1961 kurz vor dem Mauerbau von Dresden nach Düsseldorf an die dortige Kunstkakademie kam. Das etwas frühere Werk Kleiner Stuhl von 1968 befindet sich heute ebenfalls als Dauerleihgabe im LWL-Museum für Kunst und Kultur.

Kunstwerk des Monats August 2010