LWL-Museum für Kunst und Kultur

Frans Snyders

Frans Snyders (1579–1657), Stillleben mit Fleischkorb, um 1640, Öl auf Holz, 99 cm x 201 cm, Inv. Nr. 1541 LG, Dauerleihgabe aus Privatbesitz © LWL-Museum für Kunst und Kultur

Frans Snyders, Stillleben mit Fleischkorb, um 1640

Im 17. Jahrhundert entwickelte sich die Stilllebenmalerei in den Niederlanden zu einer facettenreichen Bildgattung. In Flandern, den südlichen, katholisch gebliebenen Landesteilen entstehen große, farbintensive Prunkstillleben, in denen die Fülle der göttlichen Schöpfung vor dem Auge ausgebreitet ist. In Antwerpen, der mächtigen Kunst- und Handelsstadt, spezialisierte sich Frans Snyders sehr erfolgreich als Tier- und Stilllebenmaler und bediente vor allem höfisch-aristokratisch geprägte Auftraggeberkreise mit prächtigen Stillleben, in denen die Objekte in farbglühender Sinnlichkeit dekorativ und effektvoll von der „Lichtregie“ des Malers inszeniert sind.

Sein „Stillleben mit Fleischkorb“ wirkt wie der Blick in die Vorratskammer einer üppigen Haushaltung – Obst und Gemüse in bester Qualität, exotische Gaumenkitzel wie Hummer und Pfau, ein mit Fleischstücken gefüllter Korb und die Jagdbeute scheinen hier auf ihre Zubereitung zu warten.

Hinter all der sinnlich und farblich aufgeladenen Pracht lässt sich aber eine lebensausrichtende Mahnung und Symbolik lesen. Der Pfau erinnert an die Eitelkeit, der Hummer an devotes Kriechertum und ein unausgerichtetes Leben, die „voluptas carnis“ – die Fleischeslust – bedarf der Mäßigung im Hinweis durch die Säure der Zitrone.

Kunstwerk des Monats März 2010