LWL-Museum für Kunst und Kultur

Emil Nolde

Emil Nolde, Burchards Garten (1867–1956), 1907. Öl auf Leinwand, 64 x 82,5 cm. Inv. Nr. 304 LM © Nolde Stiftung

Emil Nolde, Burchards Garten, 1907

„Es war auf Alsen mitten im Sommer. Die Farben der Blumen zogen mich unwiderstehlich an, und fast plötzlich war ich beim Malen. […] Die blühenden Farben der Blumen und die Reinheit dieser Farben liebte ich.“  Mit diesen Worten beschrieb Emil Nolde rückblickend seine Erinnerung an die Zeit, in der seine ersten Gartenbilder entstanden. Seit 1903 verbrachten der Maler und seine Frau die Sommermonate regelmäßig auf der kleinen Ostseeinsel Alsen.

Mit dicken, pastosen Pinselstrichen hat Emil Nolde die Pflanzen des Beetes modelliert. Wie ein Relief erhebt sich die leuchtende Farbe der Blüten auf der Leinwand, die, ohne den Blick auf einen Horizont freizugeben, die gesamte Bildfläche ausfüllen. Die Maler der 1905 gegründeten Künstlergruppe ‚Brücke‘ waren von den ‚Farbenstürmen‘ des 17 Jahre älteren Noldes derart begeistert, dass sie ihn 1906 baten, ihrer Gruppe beizutreten.

1908 wurde das Gemälde in der Frühjahrsausstellung des Westfälischen Kunstvereins zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Aus dieser Ausstellung heraus erwarb das Haus, damals noch unter dem Namen Landesmuseum der Provinz Westfalen, Noldes Gartenbild als erstes bedeutendes Werk der Moderne für seine Sammlung. Das Bild war die erste Arbeit Noldes, die überhaupt für ein öffentliches Museum angekauft wurde.

Kunstwerk des Monats Oktober 1998