LWL-Museum für Kunst und Kultur

Conrad von Soest

Die Heiligen Dorothea und Odilia aus der Walburgiskirche in Soest, um 1410/20, (rechter und linker Flügel eines Altars), Tempera auf Eichenholz, je 94,5 x 27,7 cm, Inv. Nrn. 2 WKV; 3 WKV, Leihgaben des Westfälischen Kunstvereins © LWL-Museum für Kunst und Kultur

Die Heiligen Dorothea und Odilia aus der Walburgiskirche in Soest, um 1410/20

Der in Dortmund ansässige Maler Conrad von Soest zählt zu den bedeutendsten deutschen Künstlern seiner Zeit. Die Feinheit und Kostbarkeit seiner eleganten Malereien zeugt vom Einfluss der burgundischen Hofkunst und fand in Westfalen zahlreiche Nachfolger. Neben den hiesigen Tafeln haben sich jedoch nur wenige Gemälde wie der Altaraufsatz (Retabel) mit Passionsszenen in Bad Wildungen und ein Retabel in der Dortmunder Marienkirche erhalten.

Die beiden Bilder werden um 1410/20 vom Soester Chorfrauenstift St. Walburgis bei Conrad in Auftrag gegeben. Vermutlich dienen sie als Schmuck und Verschluss eines Schreins, der eine hochverehrte Marienfigur (oder ein Bild) barg. Darauf deuten die nach innen gewandte Neigung der Figuren und die Inschrift im Buch der Odilia hin, der Beginn eines Mariengebets. Diese Fürbitte erfolgte stellvertretend für die frommen Frauen des Walburgisstifts. Vor goldenem Hintergrund stehen die jugendlichen Heiligen unter Marmorbaldachinen auf einer Blütenwiese. Ihre Anmut und Schönheit, die Pracht ihrer Gewänder, ihre mit feinen Stuckperlen besetzen Kronen – all dies veranschaulicht ihre Tugenden, denen sie die Aufnahme in die himmlischen Sphären verdanken.

Kunstwerk des Monats Dezember 2004