LWL-Museum für Kunst und Kultur

Carl Blechen

Carl Eduard Blechen (1798–1840), Romantische Landschaft mit Ruine, um 1820/24, Öl auf Leinwand, 96,0 x 72,5 cm, Inv. Nr. 1225 LM. 2010 erworben mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Kunststiftung NRW und der NRW.BANK © LWL-Museum für Kunst und Kultur

Carl Eduard Blechen, Romantische Landschaft mit Ruine, um 1820/24

Carl Blechen (1798–1840) arbeitete als Dekorations- und Bühnenmaler als er das Gemälde einer romantischen Landschaft mit einer Ruine im Vordergrund malte. Bei der Darstellung handelt es sich um eine Szene aus Mozarts Oper Don Giovanni. Durch das Innere der Ruine fällt der Blick auf Donna Anna und Don Giovanni, die sich im Kampf befinden. Am linken Bildrand sind zwei Eulen auszumachen. Während sich die eine aufgeplustert hat und den Kampf ebenfalls beobachtet, kauert eine weitere in einer Nische, ihre Augen leuchten in der Dunkelheit dem Betrachter entgegen. Die schaurige Stimmung wird durch die am Boden kriechenden Schlangen unterstützt. Die Tiere symbolisieren sowohl Weisheit als auch Tod und deuten somit das Verderben, dem der skrupellose Verführer entgegen sieht, an. Auch die nahende Dunkelheit der Nacht unterstreicht die düstere Atmosphäre. Im Hintergrund ist der Mond bereits aufgegangen und hinter der Silhouette des Schlosses von Don Giovanni ist nur noch ein schmaler Lichtstreifen der Sonne zu sehen.

Carl Blechen gehört zu den richtungsweisenden Malern des 19. Jahrhunderts. In diesem Bild verbindet er den Opernstoff mit dem Motiv des Lebensweges in dessen Verlauf dem Menschen schicksalsschwere, düstere und hoffnungsverheißende, leichte Abschnitte begegnen. Für die Malerei der Romantik war diese Thematik von zentraler Bedeutung.

Kunstwerk des Monats Mai 2009