LWL-Museum für Kunst und Kultur

Bockhorster Triumphkreuz

Bockhorster Triumphkreuz, Westfalen, Ende 12. Jahrhundert, Eichenholz, originale Fassungsreste, 352 x 217 cm, Inv. Nr. E-10 LM © LWL-Museum für Kunst und Kultur

Bockhorster Triumphkreuz, Westfalen, Ende 12. Jahrhundert

Monumentale Kruzifixe markieren, häufig in Verbindung mit dem so genannten Lettner (Lesetribüne), die Grenze zwischen dem allgemein zugänglichen Kirchenschiff und dem Chor. Am mit dem Kreuz sinnfällig in Verbindung stehenden Kreuzaltar feiert die Gemeinde ihre Messe, während das Allerheiligste mit dem Hochaltar den Geistlichen vorbehalten ist. Der Name „Triumphkreuz“ verweist auf den Sieg des auferstandenen Christus (lat. christus triumphans) über den Tod.

Das Hauptwerk der romanischen Bildhauerkunst in Westfalen ist für die bescheidene Bockhorster Dorfkirche eigentlich zu groß und stammt vielleicht aus einem anderen Gotteshaus. Eindringlich führt es den letzten Atemzug Christi vor Augen, wobei die Lilienkrone ihn zugleich als Überwinder des Todes auszeichnet. Im Unterschied zum heutigen strengen Erscheinungsbild war die Figur ursprünglich in verschiedenen Farben bemalt und wirkte so noch lebensnäher. Die an den Enden der Kreuzbalken angebrachten Evangelistensymbole Engel, Stier, Löwe und Adler stehen symbolisch für die vier wichtigsten Ereignisse der Heilsgeschichte: Menschwerdung, Opfertod, Auferstehung und Himmelfahrt.