Das LWL-Museum für Kunst und Kultur, Südseite. Foto: Elisabeth Deiters-Keul

Über uns

Das Museum

Ein Museum ist ein Ort, an dem die Vergangenheit lebendig und für Gegenwart und Zukunft erlebbar wird. Die Begegnung mit dem Original, mit kulturgeschichtlichen Objekten und herausragenden Kunstwerken ist durch nichts zu ersetzen und macht das Angebot eines Museums so einzigartig.

Klaus Bußmann Foto: Roman Mensing/artdoc.de

Ehemaliger Direktor und Gründer der Skulptur Projekte

Klaus Bußmann verstorben

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster trauert um seinen ehemaligen Museumsdirektor Prof. Dr. Klaus Bußmann. Bußmann verstarb am Samstag (27.4.) im Alter von 77 Jahren nach schwerer Krankheit in Münster.

„Mit Klaus Bußmann verliert unser Museum einen herausragenden Ausstellungsmacher, der 1977 die Skulptur Projekte gründete und dem Museum durch große Ausstellungsprojekte einen internationalen Ruf verliehen hat“, so LWL-Direktor Matthias Löb. „Seine Verdienste werden wir nicht vergessen.“

Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold: „Das Museum hat Klaus Bußmann unendlich viel zu verdanken. Er hat drei Generationen von jungen Kunsthistorikern geprägt und sie auf dem Weg in die Kunstwelt gefördert. Auch ich persönlich verdanke ihm sehr viel. Bußmann hat das Museum und die gesamte Stadt aufgeweckt, indem er mutig, provokant und voller Überzeugungskraft die Bürgerschaft mit zeitgenössischer Kunst konfrontiert hat.“

Von 1985 bis zu seinem Ruhestand 2004 war Bußmann Direktor des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münster. Zuvor war er dort von 1968 bis 1974 Kurator für mittelalterliche Kunst und von 1974 bis 1977 Kurator für die Kunst der Moderne. Der Kunsthistoriker verantwortete erfolgreiche Ausstellungen über Eduardo Chillida, August Macke, Johann Conrad Schlaun und die Europaratsausstellung „1648 – Krieg und Frieden in Europa“.  

Von 1977 bis 1984 unterrichtete Bußmann als Professor für Kunstgeschichte an der Fachhochschule Münster. Bußmann, 1941 in Aachen geboren, studierte Kunstgeschichte, Soziologie und Geschichte in Münster, Berlin, Basel und Paris und promovierte über den westfälischen Architekten Wilhelm Ferdinand Lipper.

Als Kurator rief er 1977 die Skulptur Projekte ins Leben. Als Bürger in Münster massiv gegen die Schenkung einer Plastik von George Rickey protestierten, beschloss Bußmann, dem konservativen Geist der Stadt Nachhilfe in Sachen moderner Kunst zu geben. Gemeinsam mit Kasper König zeigte er Projekte internationaler Künstler im Museum und in der Stadt. Es hagelte Proteste von allen Seiten, in der Öffentlichkeit war von „Degeneration der Kunst“ die Rede. Doch mit den Skulptur Projekten begann Bußmanns Erfolg als Ausstellungsmacher und gleichzeitig der internationale Ruhm der Stadt. Zwei weitere Ausstellungen der Skulptur Projekte unter der Regie von Bußmann und König folgten 1987 und 1997. 

Als Mitglied des Rats der Stadt Münster hat Bußmann sich in zahlreichen Kommissionen für die Entwicklung der Stadt eingesetzt und sie – oft unter Protest – beeinflusst. Bußmann war 1990 und 1993 Kurator des Deutschen Pavillons der Biennale von Venedig und gewann in beiden Jahren den Goldenen Löwen: 1990 mit den Künstlern Hilla und Bernd Becher, 1993 mit Nam June Paik und Hans Haacke für die Gestaltung des Deutschen Pavillons.

Dem Kunstbeirat der Bundesregierung Deutschland stand Bußmann von 1996 bis 2004 vor. Außerdem war er 2001 maßgeblich an der Gründung des Museums für Gegenwartskunst in Siegen beteiligt. Er war Träger des Preises des deutschen Kritikerverbandes, der Paulus-Plakette der Stadt Münster (1993) und des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

Im LWL-Museum für Kunst und Kultur liegt ab Dienstag (30. April) ein Kondolenzbuch aus.

Das Museum

Ein Museum hat traditionell vier Hauptaufgaben: das Bewahren, Sammeln, Forschen und Vermitteln. Um die eigenen Sammlungen und Sonderausstellungen angemessen und zeitgemäß präsentieren und bewahren zu können, erhielt das LWL-Museum für Kunst und Kultur einen Neubau, der 2014 eröffnet wurde. Das Themenspektrum des Hauses reicht vom Mittelalter bis zur zeitgenössischen Avantgarde und gibt dabei immer wieder Anlass für neue Forschungen. Ausstellungen und ein umfangreiches Kunstvermittlungs- und Kulturprogramm geben den Besuchern Einblicke in das Ergebnis dieser wissenschaftlichen Tätigkeiten und eröffnen immer wieder neue Blickwinkel auf Kunst und Kulturgeschichte.

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur ist ein wichtiger regionaler Identitätsstifter mit einer Anziehungskraft weit über die Grenzen Westfalens hinaus.

Den Hausflyer des Museums finden Sie als PDF hier.

Unser Leitbild

Das Leitbild gibt uns Orientierung nach innen und verdeutlicht nach außen, wofür das LWL-Museum für Kunst und Kultur steht. In die Zukunft gerichtet bestimmt das Leitbild unsere Grundhaltung und bewährt sich als Basis unseres Handelns und Zusammenwirkens. Wir vergewissern uns in regelmäßigen Abständen, ob unser Leitbild noch den gegenwärtigen Bedingungen entspricht. Getragen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern garantiert das Leitbild die Kontinuität des Museums. Unsere Arbeit orientiert sich beständig neu an den gesellschaftlichen, künstlerischen und wissenschaftlichen Herausforderungen.

Der Altbau von 1908

Entstehung

Das LWL-Museum ist eines der großen kunst- und kulturgeschichtlichen Museen Nordrhein-Westfalens. Gegründet wurde es vor über 100 Jahren als Zeichen bürgerschaftlichen Engagements. Mitbegründer waren der Westfälische Kunstverein und der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens. Somit bilden die Kunst und die Kulturgeschichte Westfalens einen besonderen Schwerpunkt des Museums. Heute ist das Museum eine Einrichtung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Die Sammlungen zeigen 1000 Jahre abendländischer Kultur vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Unsere Ausstellungs- und Sammlungspolitik stellt die westfälische Kunst und Kulturgeschichte in ihren europäischen und internationalen Kontext. Besonders in den großen Ausstellungen alter und neuer Kunst sowie Kulturgeschichte mit europäischer Beteiligung wie auch in den seit 1977 in Abständen von zehn Jahren stattfindenden Skulptur Projekten zeigt sich das internationale Profil des Hauses. Wir verstehen unsere Arbeit als Beitrag zur kulturellen Identität Westfalens im Europa der Regionen in dem Bewusstsein, dass Identität durch die Erfahrung von Herkunft, Geschichte und kulturellen Beziehungen entsteht. Gleichzeitig trägt das Landesmuseum zur nationalen und internationalen Ausstrahlung der Region bei. 

Verpflichtung

Wir fühlen uns sowohl unseren Sammlungen wie auch gleichermaßen den Besuchern verpflichtet. Das Landesmuseum bietet mit der Breite und Vielfalt seiner Sammlungen wie auch seines Ausstellungsprogramms die besondere Chance, den Blick über die jeweiligen Fachbereiche wie z. B. das 16. Jahrhundert, die Landesgeschichte oder die Gegenwartskunst hinaus zu führen und damit die Kunstwerke und historischen Objekte durch Zusammenhänge zum Sprechen zu bringen. Alt und Neu, Kunst und Kulturgeschichte stehen bewusst in enger Nachbarschaft und lassen sich in offenem Austausch aufeinander beziehen. Das Profil unserer Sammlung wird geschärft, indem vorhandene Schwerpunkte vertieft und ausgebaut, aber auch neue Themen besetzt werden. Die Pflege der Sammlungsbestände, deren wissenschaftliche Erforschung sowie die Vermittlung zählen zu unseren Kernaufgaben. Sie werden ergänzt durch ein facettenreiches Ausstellungsprogramm. Den Interessen der Besucherinnen und Besucher kommen wir durch Präsentations- und Vermittlungsformen entgegen, die zum Verständnis der Sammlungs- und Ausstellungsinhalte verhelfen. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Begegnung zwischen künstlerischem bzw. historischem Original und dem Museumsbesucher. Die Vermittlung erfolgt anschaulich, abwechslungsreich und zielgruppenorientiert. Wir verstehen unser Museum als Ort des sinnlichen Erlebens, der Kommunikation und der Bildung. Dafür stehen auch Räume für Veranstaltungen und Kunstvermittlung sowie ein attraktives Museumscafé und ein Museumsshop zur Verfügung. Als kultureller Dienstleister stellen wir unsere Sachkompetenz der Öffentlichkeit zur Verfügung. Unsere Forschungsergebnisse präsentieren wir in Ausstellungen, Katalogen, Vorträgen, Zeitschriften und im Internet. Unsere Beratungstätigkeit und die Museumsbibliothek stehen allen Interessierten offen. Mit modernem Marketing und intensiver Öffentlichkeitsarbeit informieren und interessieren wir eine breite Öffentlichkeit.

Partner

Wir arbeiten kontinuierlich an der Vernetzung mit unterschiedlichen Partnern in der Region und darüber hinaus. Unsere Kooperationspartner sind gesellschaftliche Institutionen aus dem öffentlichen und dem privaten, dem kulturellen und wissenschaftlichen Bereich, wie z. B. Museen, Hochschulen, Theater und Archive. Wertvoll ist für uns die Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn. Besonders wichtig sind für uns Partner aus der Wirtschaft sowie öffentliche und private Stiftungen, die als Mäzene und Sponsoren Ausstellungen und andere Aktivitäten des Museums unterstützen. Eine herausgehobene Position nehmen hierbei der Freundeskreis des Museums und der Förderkreis ein.