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beim Blog des LWL-Museums für Kunst und Kultur!

Hier bin ich umrahmt von meinen Eltern bei meinem Abiball. Foto: Eisenberg

Zwischen Vorstellung und Realität

Chef von EON, NIKE oder Dr. Oetker. Klingt verlockend, oder!? Was studiert man dafür? Und wohin will ich eigentlich? Fragen über Fragen... Heute berichtet unsere Praktikantin Rebecca Eisenberg, die ihr Abitur frisch in der Tasche hat, von ihrer Wahl eines Studienfaches – gar nicht so einfach!

Gerade habe ich mein Abitur abgeschlossen. Jetzt geht es weiter. Aber wie? Chef von EON, NIKE oder Dr. Oetker. Klingt verlockend, oder!? Die Antwort auf die Frage: Was willst du dafür studieren? lautet: BWL. Vielleicht auch: International Business“ – klingt ja irgendwie qualifizierter auf Englisch. Doch die meisten Menschen reagieren mit einem höhnischen Schmunzeln: BWL würden ja nur Leute studieren, die keine Ahnung hätten, was sie werden wollten. BWL als eine Art Provisorium – ganz nach dem Motto Hauptsache Studium“.

Auch meine Verwandten, Freunde und Bekannten fragen stets, was es denn Neues gäbe, wofür ich mich an den Unis beworben hätte. Weil ich blöde Sprüche oder demotivierende Kommentare befürchte, antworte ich nur noch mit: Ich möchte in die wirtschaftliche Richtung, am liebsten mit dem Schwerpunkt Marketing“. Doch die Reaktionen sind genauso ernüchternd: Ah, BWL“. Im Unterton klingt das typische Klischee an. Ich will doch gar nicht einer dieser vielen nichts-ahnenden Leute sein, die nicht wissen, was sie machen sollen und dann einfach irgendetwas tun. Ich weiß doch, was ich will. Zumindest habe ich eine Idee, eine Vorstellung, wie es sein könnte. Aber vielleicht ist die Realität ja doch ganz anders und meine Vorstellung von Marketing, bei dem viel Kreativität und kunstvolle Überzeugungskraft gefragt ist, ist in Wirklichkeit spröde Büroarbeit.

Can we do it? Yes, we can! Foto: BN

Fragen über Fragen
 

Um diese Lücke zwischen Vorstellung und Realität zu schließen, mache ich hier im LWL-Museum für Kunst und Kultur in der Abteilung für Kommunikation und Marketing ein Praktikum. Ich muss ehrlich sagen, es gibt einige Dinge, an die ich vorher nicht gedacht habe: Morgens früh um 6 Uhr aufstehen, obwohl man eigentlich noch Ferien haben könnte, anderthalb Stunden Anfahrt, Zeitdruck, die ewige Suche nach einem Klebestift und mangelndes Wissen über die Pflege von Sonnenblumen (weshalb mein Geschenk vom Team zum Geburtstag leider zugrunde gegangen ist...). Aber nach gut vier Wochen kann ich feststellen, dass die positiven Aspekte die vielleicht manchmal nicht ganz so angenehmen Dinge locker überdecken und vergessen machen. Zu meinen Aufgaben gehörten bisher: den Pressespiegel erstellen, Facebook-Postings vorbereiten, Fotografieren, Ideen sammeln... Besonders viel Spaß brachten die Vorbereitungen zur „Langen Nacht“, wie die Organisation der Banneranbringung, Motiv-Luftballonbestellung und Auswahl der T-Shirts. Alles wird in Teamarbeit organisiert. Und das bringt nicht nur Freude, sondern auch die besten Ergebnisse! Vorstellung und Realität passen zusammen.

Ich bin schon gespannt, wie die erste Großveranstaltung "Auf den ersten Blick" im Neubau ablaufen wird. Foto: JF

Highlight „Auf den ersten Blick"

Ich habe zwar noch zwei Wochen Praktikum an der Rothenburg vor mir und die „Lange Nacht“ – das Highlight zum Ende meines Praktikums, wenn Tausende von Menschen die Chance haben, den Neubau „Auf den ersten Blick“ zu sehen – steht noch an. Doch ich kann schon jetzt sagen, dass mir die Arbeit hier gefällt. Und der Fakt, dass meine Kolleginnen und Kollegen nicht nur Kunst, sondern Pädagogik, Literaturwissenschaften bis hin zu Philosophie studiert haben, gibt mir Mut, auch mit einem BWL-Studium ziemlich gut aufgestellt zu sein.

An der Universität Düsseldorf fange ich mein Studium an. Foto: HHU/Jörg Reich

Am Ende meines sechswöchigen Praktikums werde ich jedenfalls mit dem Quäntchen Wissen und vor allem praktischer Erfahrung mehr all den skeptischen Leuten entgegen treten und genau wissen, warum ich BWL studieren will. Weil ich weiß, was ich damit machen kann – z. B. in einem Kunstmuseum arbeiten. Dadurch wird das Studium für mich zu keinem Provisorium mehr! Möglicherweise werde ich mir ja doch andere Schwerpunkte setzen und mehr Richtung Bank- und Versicherungsmanagement gehen, wer weiß!? Vielmehr, und da bin ich mir sicher, zeigt mir die Erfahrung hier in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, dass Marketing Teil meines Berufs sein soll. Und deswegen trotze ich nun all den höhnischen Blicken und habe die Studienzusage für das Fach BWL an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf angenommen. Ich bin gespannt, welchen Menschen ich dort begegnen werde. Vielleicht doch den zukünftigen Chefs von EON, NIKE oder Dr. Oetker!?


Text: Rebecca Eisenberg

Publikationsdatum: 28.08.2013

Themen: Neubau, Baustelle, Museumsteam, Veranstaltungen