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beim Blog des LWL-Museums für Kunst und Kultur!

Ilya Kabakovs Arbeit für die Skulptur Projekte 1997 "Blickst du hinauf und liest die Worte...". Foto: Arendt/Mensing

Urlaub in der eigenen Stadt

Wer kennt die kulturellen Highlights seiner Heimatstadt? Wer wandelt schon auf (ausgetretenen) touristischen Pfaden? Anlass zum heutigen Artikel ist ein Aufruf zum "Urlaub in der eigenen Stadt" von Flo und Cori, die den Blog TravelPins betreiben und gleichzeitig zur Blogparade aufrufen. Michelle van der Veen stellt ihre persönliche Auswahl "Must-have-seen" in Münster vor.

St.-Paulus-Dom zu Münster. Foto: Judith Frey

Münster - "lebenswerteste Stadt"

Ich persönlich lebe seit 7 Jahren in Münster und finde, die Stadt trägt zu Recht den Titel "lebenswerteste Stadt" Deutschlands. Entgegen aller Vorurteile regnet es nicht den ganzen Tag und auch die Glocken läuten nicht unentwegt. Deshalb habe ich mich besonders über die Blogparade zum Thema "Urlaub in der eigenen Stadt" gefreut, auf die ich über Tanja Praskes Blog aufmerksam geworden bin. Da es sich hier um einen Museumsblog handelt, dreht sich dieser Beitrag rund um Kunst und Kultur in Münster, die man meiner Meinung nach gesehen haben muss.

Claes Oldenburgs "Giant Pool Balls" zu den Skulptur Projekten 1977. Foto: Archiv

Fahrradtour zu den Skulptur Projekten

Jedem Besucher empfehle ich zunächst den Gang zum Fahrradverleih, nur so gibt es das "echte" Münster-Gefühl. Mit dem Fahrrad lässt sich sehr entspannt eine Stadtrundfahrt genießen, aber vor allem eine Tour zu den Skulpturen der vergangenen Skulptur Projekte machen. Kein anderes Kunstprojekt hat die Geschichte der Stadt und vor allem das Stadtbild in den letzten 30 Jahren so nachhaltig verändert und geprägt. Seit 1977 findet das von Kasper König und Klaus Bußmann initiierte Ausstellungsprojekt, das sich über die ganze Stadt verteilt, regelmäßig alle 10 Jahre statt. Bisher gab es vier Skulptur Projekte, die nächsten finden 2017 statt. Viele großartige Installationen von Künstlern aus der ganzen Welt sind in der Stadt geblieben und können am bequemsten mit dem Fahrrad erreicht werden. Bei schönem Wetter bietet sich ein Picknick am Aasee als Zwischenstopp an. Am besten unter der fantastischen Arbeit von Ilya Kabakov "Siehst du hinauf und liest die Worte..." 1997 – mein absolutes Lieblingswerk unter denen, die in der Stadt geblieben sind. Nebenbei bemerkt: die Arbeit von Mike Kelley "Petting Zoo (Streichelzoo)" ist nach wie vor mein größter Favorit – leider war sie nur temporär während der Skulptur Projekte 2007 zu sehen. Natürlich ist jeder herzlich eingeladen, seinen ganz eigenen Favoriten zu finden. Insgesamt kann man die verschiedenen Kunstwerke in fünf verschiedenen Touren (von 3 bis 13 km Länge) erkunden, den Faltplan gibt es bei der Touristik Information in der Stadt.

Streichelzoo von Mike Kelley zu den letzten Skulptur Projekten 2007. Foto: Arendt/Mensing
Kaspar König (links) und Tobias Rehberger sitzend auf der Arbeit "the moon in alabama" 2013. Foto: Judith Frey

"the moon in alabama"

Wer nach der ganzen "Skulptour" noch nicht genug von Kunst im öffentlichen Raum hat, sollte das Bahnhofsviertel erkunden. Dort gibt es seit letztem Jahr umgestaltete Schaltkästen vom bekannten Frankfurter Künstler Tobias Rehberger unter dem Namen "the moon in alabama". Insgesamt 10 sollen es werden, jeder trägt eine runde Lampe, die entsprechend der Mondzeiten unterschiedlicher Orte auf der ganzen Welt leuchtet. Bis zum Sommer sollen alle Skulpturen installiert sein. Ich war auch vor dem Projekt schon ein Fan von Rehbergers Installationen, aber die bunten, knalligen Schaltkästen finde ich besonders schön. Es macht Spaß zufällig einen zu entdecken, wenn man sich im Bahnhofsviertel bewegt, besonders an einem verregneten Tag aus dem Bus heraus. Ein echtes Kunst-Highlight im sonst eher weniger formschönen Viertel rund um den Hauptbahnhof.

Das Stadtmuseum in Münster bietet viel Geschichte bei freiem Eintritt. Foto: Stadtmuseum Münster, Andreas Reimer

Alles rund um die Stadt

Wer Münster zum ersten Mal besucht oder sein Wissen zur Stadtgeschichte auffrischen möchte, sollte auf jeden Fall im Stadtmuseum vorbei schauen. Der Eintritt ist frei und die Dauerausstellung ist ziemlich spannend und kann durch den Multimediaguide ergänzt werden. Zudem finden regelmäßig Sonderausstellungen statt.

Galerien?!

Münster ist zwar nicht Berlin, aber auch hier gibt es einige Galerien, in denen Kunst gezeigt wird. Besonders mag ich persönlich die FB69, die vor Kurzem an den Prinzipalmarkt gezogen ist und nun wirklich einfach zu erreichen ist. Auf Münsters Haupteinkaufsmeile flaniert jeder Besucher wohl mindestens einmal während seines Besuchs. Und wenn man schon mal dort ist, sollte man der jungen Galerie, die in meinen Augen vor allem großartige Künstlerinnen im Programm hat, einen Besuch abstatten.

Der Westfälische Kunstverein ist im Gebäude des LWL-Museums für Kunst und Kultur angesiedelt. Foto: Elisabeth Deiters-Keul

Museen, Museen, Museen

Neben diesen völlig kostenfreien Möglichkeiten Kunst in der Stadt zu entdecken, gibt es selbstverständlich ein umfassendes museales Angebot für jeden Geschmack. Unser Haus – das LWL-Museum für Kunst und Kultur – befindet sich momentan im Umbau, wird aber am 19. September diesen Jahres wieder eröffnet. Bis dahin empfiehlt sich ein Besuch im ebenfalls in unserem Gebäude ansässigen und bereits wieder eröffneten Westfälischen Kunstverein oder in der Kunsthalle am Hafen. Hier schlagen vor allem die Herzen von Freunden der zeitgenössischen Kunst höher. Wer Lust auf Picasso und die Moderne hat, der sollte sich über die Ausstellungen im Kunstmuseum Pablo Picasso informieren. Mit kleinen Besuchern lohnt sich ein Besuch im LWL-Naturkundemuseum mit angeschlossenem Planetarium oder im Westfälischen Pferdemuseum. Alles direkt am oder im Allwetterzoo Münster, der sich natürlich auch (ganzjährig) über Besucher freut. Wer sich im Vorfeld über Münsters bunte Museumslandschaft informieren möchte, kann das seit Kurzem auf der zentralen Homepage: www.museen-in-muenster.de.

Natürlich war das noch lange nicht alles, was Münster an Kunst und Kultur zu bieten hat, aber eine Auswahl meiner persönlichen Highlights.

Text: Michelle van der Veen

Publikationsdatum: 20.02.2014

Themen: Neubau, Altbau, Kunstwerke, Museumsteam