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Blick in die Studioausstellung im Erdgeschoss. Foto: Hanna Neander

Preußen in Westfalen

Die Studioausstellung "Westfalen 1814–1914" läuft noch bis zum 11. Januar 2015. Es wird also Zeit! Kurator und Referent für Landesgeschichte Dr. Gerd Dethlefs erzählt spannenden Anekdoten in seinen Rundgängen durch die Ausstellung. Die Gelegenheit sollten Sie nicht verpassen.

Hermann Groeber, Mein Fenster, 1905.

Magazinstücke

Als Referent für Landesgeschichte ist die Erarbeitung einer solchen Ausstellung eine meiner Aufgaben im Museum. Dass sie in einem Monat endet löst etwas Bedauern aus, aber es tröstet, wenn viele Besucher die Ausstellung gesehen haben.

Das Besondere an der Studioausstellung: es sind alles Magazinstücke, das heißt, sie befinden sich eigentlich im Depot und sind nicht in der Schausammlung ausgestellt. Rund 300 Ausstellungsstücke werden am 12. Januar wieder magaziniert und damit vorläufig nicht mehr sichtbar sein, darunter 7 Skulpturen, 14 Gemälde, 8 Zeichnungen und 50 Druckgrafiken, 23 Silber-, Glas- und Porzellanobjekte, 12 Siegelstempel sowie 250 Münzen und Medaillen, die mein Kollege Stefan Kötz als Numismatiker am Münzkabinett ausgesucht hat.

Historisches Dokument in der Ausstellung: Festschrift zur Museumseröffnung 1908.

Westfälisch-Preußisches Bewusstsein?

Die Exponate zeigen, wie eine fremde Macht – Preußen – das Land zwischen Rhein und Weser in einer Provinz organisiert: die Zustimmung und Skepsis der Einwohner wird visualisiert, die Herrschenden und Opponierenden werden gezeigt, auch, wie die Preußen eine regionale Selbstverwaltung zulassen, politische und kulturelle Freiräume schaffen. Wer weiß schon, dass viele wichtige Oppositionelle in diesem Jahrhundert aus Westfalen stammen? Die Preußen förderten Kulturvereine, und tatsächlich entstand ein westfälisch-preußisches Bewusstsein. Das 1908 eröffnete Landesmuseum ist ein wunderbares Beispiel dafür.

Deckelpokal für Jodocus Temme, 1849.

Highlights der Ausstellung

Highlights gibt es natürlich viele. Um nur einige aufzuzählen: Napoleonkarikaturen aus dem Besitz der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff oder ein Silberpokal für den Revolutionär Jodocus Temme von münsterischen Bürgern mit dem Spruch "Für Freiheit und Recht" von 1849 oder das Gemälde "Mein Fenster", 1908 gekauft und  1905 von dem Münchener Maler Hermann Groeber gemalt – das war der, der mal gesagt hat "Kunst kommt von Können, käme es von Wollen, hieße es Wulst".

Dr. Gerd Dethlefs mit einer Besucherin in der Ausstellung. Foto: Hanna Neander

Führung mit Geschichte(n)

Und diese Geschichte werde ich in den nächsten Wochen immer wieder erzählen, in knapp einstündigen Führungen: kommen Sie und schauen Sie! Nutzen Sie den Langen Freitag am 12. Dezember 2014. Regelmäßig am zweiten Freitag eines Monats ist der Eintritt frei. Und an diesem Freitag von 17 bis 20 Uhr stündlich zur vollen Stunde erzähle ich Ihnen noch mehr über das preußische Westfalen 1814 bis 1914. Weitere Termine für Führungen finden Sie in unserem Kalender.

Text: Dr. Gerd Dethlefs, Referent für Landesgeschichte

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Publikationsdatum: 12.12.2014

Themen: Kunstwerke, Museumsteam, Veranstaltungen