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(Foto: EDK)

Ein paar kleine Handgriffe für die Bauarbeiter - ein großer Schritt für das Museum

Aus zwei mach eins: der Durchbruch ist geglückt! Alt- und Neubau sind nun miteinander verbunden - Meine Phantasie und ich waren Zeugen dieses symbolischen Aktes.

Eine rätselhafte Schlüsselstelle
Wenn ich Besucher über die Baustelle führe, bleibe ich meistens an einer ziemlich unspektakulären Stelle stehen und frage in die Runde: Wo sind wir gerade und was ist das hier? Ratlose Blicke fallen dann in die Ecke mit zwei vermauerten Türrahmen und ein paar herunter hängenden Kabeln. Was könnte sich wohl dahinter befinden? Wir stehen in der nordöstlichsten Ecke des Neubaus, haben die Spitze im Rücken und wenn man links aus dem Fenster schaut sieht man Domplatz und Altbau... und dann dämmert es oft schon einigen – wir stehen an dem Punkt, wo sich Alt- und Neubau berühren!

Der Schauplatz: auf den ersten Blick recht unspektakulär und doch ein wichtiger Berührungspunkt (Foto: HK)

Der Altbau - unser kleines, temporäres Museum
Vier Jahr lang war der Altbau unser ganzes Museum. Seit der Gebäudeteil aus den 1970er Jahren abgerissen wurde, hatten wir nur noch den Altbau von 1908, um Ausstellungen zu zeigen. Alles war ein Provisorium: Es gab nur einen kleinen Eingangsbereich, der schöne Lichthof, in dem früher Konzerte stattfanden oder Installationen ausgestellt waren, war nun unser Depot: Hier lagern noch immer mehrere 1000 Kunstwerke, die bald in die Keller des Neubaus umziehen. Immer wenn ich in den vergangenen Jahren durch das Treppenhaus mit seinen schönen Galerien gegangen bin, sah ich auf die vermauerte Wand. Dort war vor 2009 der Durchgang zum großen Foyer und zu den anderen Ausstellungsräumen. Und dort soll er auch wieder sein.

Im Lichthof des Altbaus (Foto: LWL)

Ein bedeutsamer Tag
Heute bin ich wieder an diesem besonderen Ort und nun ist endlich sein großer Tag gekommen! Nachdem die Schnittstelle zwischen beiden Museumsgebäuden lange Zeit unbeachtet und versiegelt war, kommt es heute zum Durchbruch! Ich bin extra früh aufgestanden, um am Morgen Zeugin der Aktion zu werden. Als ich im zweiten Geschoss des Neubaus ankomme, sind zwei Bauarbeiter schon damit beschäftigt die locker gemauerten Steine des Durchgangs loszubrechen und Reihe für Reihe abzutragen. Ich bin das einsame Publikum dieses Ereignisses und sinne ein bisschen über seine Bedeutung. Was sehen wir hier? frage ich nun mich selbst beim Blick in die Ecke ...mit einem Mal höre ich Fanfaren und eine Stimme ertönt: Wir erleben einen historischen Moment, nach jahrelanger Planung ist es endlich geschafft, Alt und Neu wachsen zusammen! Die letzten Zentimeter werden durchbrochen, Jubel bricht los, der Blick wird frei....
...auf eine Sperrholzplatte.

Zwei Bauarbeiter tragen die Steine ab (Foto: EDK)

Auf der anderen Seite
Das muss ich mir nun doch von Nahem ansehen und ich steige durch den frisch entstandenen Durchgang in die kleine Kammer, die durch Einziehen einer Holzwand zum Schutz des restlichen Raumes, entstanden ist. An den Wänden ist noch immer das Violett der „Goldene Pracht“-Ausstellung zu sehen. Ich werfe einen Blick durch die Öffnung in den Neubau, der mir hell entgegen strahlt und bin von einem Gefühl der Zufriedenheit erfüllt: die Fusion ist geglückt!

Blick zurück in den Neubau (Foto: HK)

Träumen erlaubt
Ich steige wieder zurück in den Neubau und muss mir ein Gähnen verkneifen. So richtig wach bin ich irgendwie noch nicht, es ist ja auch wirklich früh am Morgen. Dennoch hat sich das Aufstehen gelohnt und ich war beim großen Moment des Durchbruchs dabei! Vielleicht waren es letztlich doch nur ein paar geübte Handgriffe der Bauarbeiter aber die Bedeutung bleibt: Alt und Neubau sind nun miteinander verbunden und das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum neuen Museum.

Hendrickje Kehlenbeck

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Publikationsdatum: 21.02.2013

Themen: Neubau, Altbau, Baustelle