Herzlich willkommen

beim Blog des LWL-Museums für Kunst und Kultur!

Glänzende Edelstahlkugeln in der Sonne.

Das Licht kommt näher! Otto Pienes "Silberne Frequenz" strahlt in neuem Glanz an unserer Fassade

410 Kugeln glänzen in der Sonne. Es sind die Vorboten der "Silbernen Frequenz" von Otto Piene, die zur Neueröffnung an unserer neuen Fassade leuchten wird. Das Kunstwerk war bereits seit 1970 an der Fassade des Westfälischen Landesmuseums installiert und wurde zu einem beliebten Markenzeichen.

Panorama-Blick auf das Museum.


Blitzblanker Edelstahl und viele Meter Kabel

Nach Ostern begannen die Installationsarbeiten am neuen LWL-Museum für Kunst und Kultur, die mehrere Wochen andauern sollten. Nachdem das Gerüst an der Südseite des Gebäudes, Ecke Rothenburg/Pferdegasse, stand, konnten die Monteure loslegen. Die Firma LightLife war verantwortlich für die gesamte Installation, die neue LED-Technik samt Verkabelung. Die Firma Saage Treppen lieferte als Subunternehmer die Unterkonstruktion und die blitzblanken Edelstahlkugeln.

Mitarbeiter der Firma Saage Treppen, die die Unterkonstruktion und die Kugeln hergestellt haben.

Künstlerisch ambitionierte Metallbauer

"Wir haben 2011 begonnen, die 410 Kugeln zu produzieren, die aus poliertem Edelstahl bestehen", sagt K. Kemkens von Saage Treppen. Tatsächlich ist die "Silberne Frequenz" nicht das erste Kunstwerk, das die Firma angefertigt hat. 2004 konstruierten die Metallbauspezialisten eine Edelstahlkugel mit dreieinhalb Metern Durchmesser für den Künstler Luciano Fabro, die heute in der Goebenstraße in Herford steht. "Ich erinnere mich außerdem an eine 10 Tonnen schwere Kugel, die von außen unscheinbar aussieht, aber von innen hochglanzpoliert ist. Das Projekt hat uns fast zwei Jahre beschäftigt und ist eines der spektakulärsten, was wir je realisiert haben", so Kemkens. Sein Kollege Eren Akin fügt hinzu, dass der Bau einer Treppe für einen Messestand von Christian Dior ebenfalls in die Kategorie geheimnisvoller und spektakulärer Aufträge fällt. Für die Firma mit dem Motto "...wir machen’s einfach." sind solche Aufträge zwar immer noch außergewöhnlich, gehören aber durchaus zum alltäglichen Geschäft.

LightLife installiert die LED Technik.

Kunstlicht und Lichtkunst

Nicht weniger kunstaffin sind die Monteure von LightLife – Kunstlicht und Lichtkunst, die jüngst am 15. Mai den Deutschen Lichtdesign-Preis in der Kategorie "Kulturbauten" erhielten – und zwar für die Neugestaltung der Beleuchtung des St.-Paulus-Doms in Münster. Mehr zu dem spannenden Projekt erfahrt ihr hier. Schon 2012 war LightLife vor Ort, als Otto Piene selbst die Lichttemperatur für die neue LED-Beleuchtung der Kugeln ausgewählt hat. "Die Zusammenarbeit mit Künstlern ist spannend", sagt Robert von der Weyden, Projektleiter für die Piene-Arbeit. Die unglaublich ausgeklügelte Technik erklärt Robert in Kürze: "Jede Kugel ist mit einem speziellen Dimmer ausgestattet, der extra entwickelt wurde für die Arbeit. Per Computer lassen sich die einzelnen Elemente ansteuern. Das Feintuning und die Abnahme durch den Künstler stehen noch aus." Statt der eingeplanten zwei Wochen dauerte die Installation vier Wochen, "weil die Verkabelung richtig aufwändig ist. Dazu kamen außerdem schlechtes Wetter und einige Feiertage", so Adrian Natzheim, der momentan ein Praktikum bei LightLife absolviert. Spannend sind die Überlegungen von Ilja Meln, der seine Bachelor-Abschlussarbeit im Fach Medientechnik über das Lichtkunstwerk schreibt: "Grandios wäre eine Weiterentwicklung der Technik. Durch eine Solaranlage könnte man die Beleuchtung der Kugeln komplett autark gestalten."

Es ist also noch Luft nach oben. Das Markenzeichen kehrt in neuem Gewand an unsere Fassade zurück. Die Monteure finden sie "sehr gelungen" – wir auch!

Das Team von LightLife und Saage Treppen. (v.l. Ilja Meln, Eren Akin, K. Kemkens, Adrian Natzheim, Robert von der Weyden)
Die Anbringung des Logos.

Das Logo

Das LWL-Logo hat mit Zustimmung des Künstlers einen prominenten Platz in der "Silbernen Frequenz" gefunden. Wie Piene in diesem Video erklärt, transportiere Kunst auch immer Information, in diesem Fall also die Information, dass der Landschaftsverband Westfalen-Lippe als stolzer Träger des Museums Millionen in sein neues Kunsthaus investiert hat. Auf Facebook wird die Durchbrechung des Kunstwerks diskutiert. Allerdings wird nicht die Frequenz unterbrochen – denn auch die Plätze unter den Buchstaben sind in die regelmäßige LED-Beleuchtung eingebunden. Das Licht kommt näher und das LWL-Museum für Kunst und Kultur freut sich auf neue leuchtende Frequenzen.

Fotos: Elisabeth Deiters-Keul
Text: Judith Frey

Publikationsdatum: 18.06.2014

Themen: Neubau, Baustelle, Architektur, Kunstwerke