Herzlich willkommen

beim Blog des LWL-Museums für Kunst und Kultur!

Bloggertreffen im Museum mit (v.l.n.r.) Judith Frey, Moritz Leetz, Christian Henner-Fehr, Helge David, Anke von Heyl, Kristin Oswald, Tanja Neumann, Robert Fuchs, Claudia Wagner, Christian Spließ, Sandra Vacca und Michelle van der Veen. Foto: Hanna Neander

Virtuelle Museen beim Bloggertreffen

Am 28. März fand das erste Bloggertreffen statt, zu dem das LWL-Museum für Kunst und Kultur eingeladen hatte. Da wir auch ein eigenes Blog pflegen, war der persönliche Kontakt zu Bloggern aus der Kunst- und Kulturszene schon längst überfällig. Etwa 25 bekannte BloggerInnen aus Deutschland und Österreich hatte ich eingeladen. Leider haben Streik und Grippe unsere Gruppe am Veranstaltungstag ein wenig dezimiert. Gemeinsam mit meiner Kollegin Judith Frey und Moritz Leetz aus der LWL-Pressestelle begrüßte ich schließlich neun Blogger vor dem LWL-Landeshaus bei herrlichstem Wetter zu einer sehr persönlichen Runde.

Mit WLAN ins Museum24/7

Nach dem erfolgreichen Einloggen in das WLAN, was gar nicht so leicht war, stellte ich zunächst unser virtuelles Museumsprojekt Museum 24/7 vor. Dadurch ergab sich, wie bereits vorab angekündigt, das Oberthema des Bloggertreffens. Virtuelle Museen und Ausstellungsprojekte sind mittlerweile ein großes Thema im Kulturbereich und so überraschte es mich nicht, dass alle Teilnehmer eine sehr durchdachte Meinung zu dem Thema hatten. Sollte unser Projekt in eine zweite Entwicklungsphase gehen, kann hoffentlich die konstruktive Kritik mit einfließen. Mir haben die Rückmeldungen die Augen für einige Fragen geöffnet, die wir uns mit unserem virtuellen Museum stellen müssen: Wie haptisch soll die virtuelle Erfahrung sein? Wie wichtig ist die Raumgestaltung? Welche Möglichkeiten soll der Nutzer haben, um realen und virtuellen Besuch miteinander zu verknüpfen? Und welches Vermittlungskonzept sollte dauerhaft an das virtuelle Museum geknüpft sein?

Das virtuelle Migrationsmuseum ist bestens für mobile Endgeräte ausgelegt.

Virtuelles Migrationsmuseum

Als Vergleich lernten wir direkt ein zweites Projekt kennen. Robert Fuchs und Sandra Vacca von Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V. (DOMiD) arbeiten am ersten virtuellen Migrationsmuseum und waren für das Treffen aus Köln angereist. Ihr virtuelles Museum existiert noch nicht, wir sahen aber gemeinsam den Trailer dazu, der mir sehr gut gefallen hat. Momentan dokumentieren sie den Entstehungsprozess des Museums in ihrem Blog. Über dieses bekommen sie besonders viel Feedback und konnten das Konzept des Migrationsmuseums bereits daran anpassen und erweitern. Eine echte Blog-Erfolgsgeschichte.

Die beiden Projekte könnten unterschiedlicher nicht sein. Wir haben in Münster ein reales Museum mit einer eigenen Sammlung, die wir im Netz präsentieren möchten. Das virtuelle Migrationsmuseum hat keinen existierenden Bezugspunkt, dadurch auch keine Architekturvorgaben und daran gekoppelte Nutzererwartungen.  Auch inhaltlich macht es selbstverständlich einen großen Unterschied, ob ich Kunst zeige oder Kulturgeschichte. Die Sensibilität des Themas Migration benötigt eine andere Herangehensweise und Umsetzung als wir sie für das Museum 24/7 gewählt haben.

Das Konzept des Kölner Teams überzeugt auf allen Ebenen. Zum einen beschränken sie sich nicht auf einen Ort, sondern nutzen ihre lokale Unabhängigkeit und bilden gleich eine ganze Stadt ab, in der man anhand von Beispielgebäuden (z.B. Schule, Fabrik, Supermarkt…) konkrete Aspekte der deutschen Migrationsgeschichte erleben kann. Dabei können die Nutzer an jedem Punkt der Anwendung auf einem Zeitstrahl hin und her springen und so zu drei unterschiedlichen, repräsentativen Zeitpunkten die Geschichte wahrnehmen. Die Möglichkeiten des User Interface sind äußerst ansprechend und die einfache Steuerung gefällt mir besonders. Da die Planungsphase unseres Projekts schon einige Jahre zurück liegt, haben wir bisher noch keine Steuermöglichkeit für mobile Geräte, was eindeutig ein Manko ist. Beim Migrationsmuseum wurde die Mobilität direkt mit eingeplant und bietet sich durch die Steuerung auch an.

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur an der Rothenburg. Foto: Elisabeth Deiters-Keul

Vom virtuellen ins reale Museum

Um unseren Gästen zu zeigen, wo die Architektur des virtuellen Museums herkommt, haben wir zum Abschluss des Bloggertreffens noch eine Führung durch den Neubau von Judith Frey bekommen. Wieder zeigte sich, dass der Neubau begeistert und überzeugt! Es gab viel Lob für die helle, klare Architektur, die nutzerfreundlich und barrierefrei gestaltet ist.

Für den professionellen Input und die vielen Anregungen bin ich allen Bloggern sehr dankbar. Mir hat der ganze Nachmittag sehr viel Spaß gemacht und ich habe viele Denkanstöße für meine Arbeit mitgenommen. Ich hoffe, dass es bald wieder ein Bloggertreffen im Museum geben wird, vielleicht nach der Neueröffnung.

Selbstverständlich könnt Ihr auch auf den jeweiligen Blogs der Teilnehmer nachlesen, wie das Bloggertreffen erlebt wurde:


Anke von Heyl
www.kultureventbuero.de

Christian Spließ
http://nurmeinstandpunkt.wordpress.com/

Christian Henner-Fehr
https://kulturmanagement.wordpress.com/

Tanja Neumann
www.museumstraum.de

Helge David
www.openmuseum.de

Claudia Wagner
http://cwplaudert.wordpress.com

Kristin Oswald
http://kristinoswald.hypotheses.org/

Sandra Vacca & Robert Fuchs
www.virtuelles-migrationsmuseum.de


Text: Michelle van der Veen

 

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Publikationsdatum: 11.04.2014

Themen: Neubau, Museumsteam, Veranstaltungen