LWL-Museum für Kunst und Kultur

Gordon Matta-Clark

Gordon Matta-Clark

3.10.1999 - 13.2.2000

Bekannt wurde Matta-Clark durch seine geometrischen Einschnitte in leerstehende Architekturen, die den gewohnten Raum auf dramatische Weise öffneten. 1978 starb der amerikanische Künstler mit erst 35 Jahren, und keiner seiner dekonstruktiven Architektureingriffe blieb erhalten. (Einer wurde 1998 im P.S. 1 in New York rekonstruiert).

Über 600 Zeichnungen zeigen die Dynamik von Matta-Clarks Formdenken. Der in New York geborene Sohn des surrealistischen Malers Roberto Matta hatte zunächst Architektur studiert. Aus seiner Verbindung zur frühen Land-Art entwickelte er Projekte mit Bäumen, die sich zu abstrakten Strukturen wandelten - urbanen Situationen, Kalligraphien, Pfeilen, Energie- und Bewegungschiffren. Seit 1972 schuf er "Cut Drawings", Einschnitte in Papierlagen, in denen sich Zeichnung und Skulptur verbinden.

Die Ausstellung veranschaulicht außerdem mit skulpturalen Elementen, Filmen, der Dokumentation des Projektes "Food" (1971), der Zeitschrift "Avalanche", der Ausstellung "Anarchitecture" (1974) und Projekten im Performance- und Ausstellungsraum "112 Greene Street/ 112 Workshop" (später White Columns) das intensive künstlerische Vorgehen von Matta-Clark, dem es stets um das Aufbrechen und Überschreiten von materiellen und institutionellen Grenzen ging. Die Ausstellung wurde von der Generali Foundation Wien und White Columns New York konzipiert. Das Material zu "Food", einem Restaurant, daß Matta-Clark in Soho als zentralen Treffpunkt etablierte, ist erstmalig in Europa zu sehen.