Das Bild zeigt einen Ausschnitt eines Bildes von Joseph Mallord William Turner, das eine Seebestattung zeigt.

8. November 2019 – 26. Januar 2020

Turner. Horror and Delight

8. November 2019 – 26. Januar 2020

Turner. Horror and Delight

Die Ausstellung des bedeutendsten britischen Landschaftsmalers der Romantik stellt die Reisen Joseph Mallord William Turners (1775–1851) in die Schweiz und nach Italien, seine Begegnung mit den Alpen und der arkadischen Landschaft Italiens in den Fokus. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Museum Tate Britain in London, der Großteil der gezeigten Werke stammt aus dem Turner-Nachlass der Tate Gallery. Die 80 Gemälde und Aquarelle, die die Tate zu der Ausstellung beisteuert, werden um 30 weitere Leihgaben europäischer Museen erweitert, zu denen Werke so bedeutender Meister wie Claude Lorrain, Caspar Wolf und Antonio Canal, genannt Canaletto, gehören.

Turners erste Reise in die Schweiz 1802 und seine Begegnung mit der Bergwelt bedeuteten für den Künstler eine grundlegend neue Erfahrung. Er stellte das „Erhabene“ der Natur in den Vordergrund, die mit ihrer Urgewalt auch Grauen und Furcht einflößen kann, wie Darstellungen von Stürmen und anderen Naturkatastrophen sehr eindrucksvoll zeigen. Ins Medium des Bildes übersetzt ist der Schrecken etwa eines Lawinenabgangs für den Betrachter selbst nicht lebensbedrohlich, so dass er der dargestellten Katastrophe auch einen gewissen Genuss abgewinnen kann. Schrecken und Freude – Horror and Delight – liegen hier nah beieinander.

Demgegenüber stehen in der Ausstellung Turners Werke, die das "Malerische" aufgreifen, also die Ruhe, Ordnung und Schönheit klassischer Landschaftsmalerei, die der Künstler zum Beispiel nach der Rückkehr von seinen Italienreisen im Atelier umsetzte. Während Turner bei seiner ersten Italienreise alle wichtigen Stationen einer "Grand Tour" mit dem Ziel Rom besuchte und deren charakteristischen Bauwerke in unzähligen Skizzenbüchern festhielt, war später Venedig das bevorzugte Ziel. Die spezielle Atmosphäre und das Licht in der Lagunenstadt inspirierten ihn zu den stimmungsvollen Aquarellen der 1840er Jahre. Die Aquarelle waren ein Experimentierfeld für die Arbeiten seines Spätwerks, wie sie in der Ausstellung zu sehen sind.

Peace – Burial at Sea, Exhibited 1842, Joseph Mallord William Turner (1775–1851), © Tate: Accepted by the nation as part of the Turner Bequest 1856, Foto © Tate, London 2018