5. März bis 11. Juni 2017

Codex Gisle

Die Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur präsentiert in Kooperation mit dem Diözesanmuseum Osnabrück eine der wertvollsten mittelalterlichen Handschriften Deutschlands. 53 Bildinitialen mit kostbarer Vergoldung, reichem Figurenschmuck und Rankenwerk machen den um 1300 für das Zisterzienserinnenkloster Marienbrunn in Rulle bei Osnabrück entstandenen „Codex Gisle“ zu einem Meisterwerk der spätmittelalterlichen Buchmalerei.

Das Choralbuch, das nach seiner Urheberin, der Sangmeisterin des Klosters Gisela („Gisle“) von Kerssenbrock benannt wurde, verzeichnet 1.500 Gesänge der Zisterzienserinnen von Kloster Marienbrunn. Mehr als 500 Jahre lang – bis zur Aufhebung des Klosters 1802 – diente die prächtige Schrift den Schwestern des kleinen Konvents zum täglichen Gotteslob. Seine überirdische Schönheit macht den „Codex Gisle“ zu einem Lobpreis für die Ewigkeit.

Die Dalheimer Ausstellung öffnet die faszinierende Welt des „Codex Gisle“: Sie macht vertraut mit der Bildsprache seiner Malerei und stellt exemplarisch – auch anhand von Hörbeispielen – die im Jahreslauf wechselnden Gesänge der Marienbrunner Zisterzienserinnen vor. Davon ausgehend führt die Schau in die Grundlagen mittelalterlicher Handschriftenproduktion ein. Ein Faksimile lädt dazu ein, den „Codex Gisle“ selbst zu erkunden. Regelmäßiges Umblättern präsentiert immer wieder neue beeindruckende Seiten der aus konservatorischen Gründen äußerst selten gezeigten Originalhandschrift, die als Leihgabe des Bistums Osnabrück nach Dalheim kommt.