Ausstellung

Was spielt das Jesuskind? Ist Kreuz immer Trumpf? Und wer fährt Christus in den Himmel?

Wenn die Äbtissin den Trumpf ausspielt, die Jesuiten Theater machen und der Teufel zum Würfeln einlädt, dann ist es Zeit, die Welt der Klöster neu zu entdecken. Vom 1. Juni bis 3. November zeigt die Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur die Kultur der Klöster in bisher kaum bekannter Weise: als Kultur des Spiels.

Ob als „gute Erholung“ gefordert oder als „Wahnsinn“ gefürchtet, in Predigten verdammt, in Hausordnungen geregelt oder in komplexen Schriften ausgelegt und gedeutet: Von Thomas von Aquin bis Franz von Sales beschäftigten sich führende Ordensleute und Geistliche mit dem Spiel. Schriftliche Quellen, archäologische Funde, Objekte und bildliche Darstellungen zur Kultur des Spiels im Kloster gehen zum Teil bis ins Frühmittelalter zurück: Es wird berichtet von Billard-Zimmern und Tafelrunden, von geistlicher Lotterie und Freiluft-Kegeln aber auch von virtuosen musikalischen Aufführungen, szenischen Darstellungen im Gottesdienst und vom Theater im Kloster.

In einem von Arbeit und Gebet bestimmten Umfeld bewegt sich das Spiel dabei immer zwischen Rekreation und Repräsentation, Tugend und Teufelswerk, Versuchung und Vergnügen. Warum Tennis, Krocket, Fußball und Würfeln ebenso zur klösterlichen Kultur gehören wie „Ora et labora“, zeigt die neue Dalheimer Sonderausstellung!

Unter dem Titel „Heiter bis göttlich. Die Kultur des Spiels im Kloster“ präsentiert das bundesweit einzigartige Landesmuseum für klösterliche Kulturgeschichte erstmals einen umfassenden Querschnitt der klösterlichen Spielkultur vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart. In fünf Ausstellungseinheiten erfahren die Besucherinnen und Besucher der Schau Erstaunliches über die Bedeutung des Spiels für den klösterlichen Alltag und seinen Bezug zur klösterlichen Weltsicht.

Vom Schwirrknochen über Schach bis Schlagball lernen die Besucherinnen und Besucher der Schau verschiedenste aus Klöstern belegte Spiele kennen. Sie begegnen unterschiedlichem klösterlichen Spielpersonal vom Abt bis zum Klosterschüler und entdecken wie religiöses Spielzeug einst den Glauben begreifbar und Schau-Spiele biblische Geschichten erlebbar machten. Beispielgebend zeigen Inszenierungen in der historischen Klausur des ehemaligen Klosters Dalheim, welche Spiel-Räume die Klosterbewohner in Mittelalter und Barock nutzten.

Eine eigene Ausstellungsabteilung befasst sich zudem mit dem Klostermotiv in Spiel und Spielzeug vom Brettspiel „Mönch ärgere Dich nicht“ über die aufziehbare Nonne bis zum Videospiel. Verschiedene Stationen im Konventgarten des Klosters Dalheim bieten Raum und Gelegenheit zum Mitspielen.

Schirmherrin der Ausstellung ist die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft.