In alter Frische. Reproduktionen klösterlicher Kunst

Die Klöster des Mittelalters gelten als kulturelle Zentren ganzer Regionen. Hier entstanden bedeutende Schriften und Kunstwerke. Viele von ihnen wurden schon damals per Hand vervielfältigt und so über die Zeit gerettet. Heute wird die Kunst der Klöster wieder kopiert – diesmal mit modernsten Mitteln zur Erhaltung für spätere Generationen.

In einer Doppelausstellung zeigt das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur nun eine einzigartige Zusammenschau von „Reproduktionen klösterlicher Kunst“ und geht der klösterlichen Tradition dieser Kopien in Stein und Papier auf den Grund.

Zu sehen sind zum einen kostbare Repliken mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Handschriften aus einer privaten Sammlung. Während die Jahrhunderte alten Originale oft vom Verfall bedroht sind und streng unter Verschluss gehalten werden, geben diese Faksimile (lat. mache ähnlich) einen einzigartigen Eindruck von der frühen klösterlichen Buchkunst und ihrer prächtigen Malereien. Mit der Verlängerung der Ausstellung werden die gezeigten Faksimile umgeblättert. Besucherinnen und Besucher erhalten so die Chance, weitere Facetten der reich verzierten und bebilderten mittelalterlichen Handschriften zu betrachten. Die Abgüsse gefährdeter und beschädigter Skulpturen aus westfälischen Klöstern führen im zweiten Ausstellungsteil hinein in Geschichte und Gegenwart westfälischer Klosterkunst und -kultur. Sie stammen aus einer Sammlung des Landschaftsverbands Westfalen Lippe (LWL), mit der die Museumsgeschichte des Klosters nach 1979 begann.

Mehr als 100 Exponate vom Original bis zur Kopie lassen vom 20. Mai bis 6. September im LWL-Landesmuseum klösterliches Wissen, Handwerk und Kunstfertigkeit aus 14 Jahrhunderten „in alter Frische“ lebendig werden.