Gut vorbereitet?

Himmel, Hölle, Fegefeuer? –  Der Weg zur Ewigkeit ist lang und oft beschwerlich.

Mittelalter und Barock kennen regelrechte Anleitungen dafür, der ewigen Verdammnis zu entrinnen, in den Himmel zu gelangen und das eigene Seelenheil zu retten. Ars moriendi, lat.: die Kunst des rechten Sterbens, werden diese christlichen Bilder und Schriften genannt, die nicht nur eine Lehre für die letzten Lebensstunden, sondern auch eine „Kunst des Lebens“ waren.

Was das für die Menschen in den vergangenen sieben Jahrhunderten bedeutete und wie sie hofften, in den Himmel zu kommen, zeigt die neue Sonderausstellung im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur. Sie nimmt unter dem Titel „Gut vorbereitet? Die Kunst des rechten Sterbens“ von 22. Juni 2008 bis 14. Februar 2009 jene Dinge in den Blick, mit denen man sich für „Wohl und Weh der Ewigkeit“ wappnen wollte. Ob Haussegen und Sterbeglöckchen, so genannte Tödlein oder ganze 90.000 Ave Maria: Die unterschiedlichsten Exponate erzählen ihre Geschichte vom historischen Umgang mit dem Tod und dem Sterben.

So nähert sich das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur mit dieser einzigartigen Schau, einem Thema, das jeden Menschen existentiell und ganz persönlich betrifft. Es rückt damit erstmals in einer Ausstellung die Lehre vom rechten Sterben in den Kontext der Klöster und schlägt den Bogen zu den klösterlichen Hospizen der Gegenwart. Die Ausstellung ist bis zum 19. April 2009 verlängert.
 


in paradiso. Mittelalterliche Kreuzgänge

Die Vorstellung eines himmlischen Jenseits bestimmte das Leben der Dalheimer Augustiner Chorherren wie in allen Klöstern des Mittelalters.

Mit dem Kreuzgang schufen sie ihr ein architektonisches Ebenbild auf Erden. Doch in Dalheim sollte es nicht ewig währen. das Kloster wurde 1803 aufgehoben und der spätgotische Kreuzgang komplett zerstört. Dieser Eindruck wird nun durch den Ausbau des Süd- und Ostflügels der Klosteranlage aufgehoben. Zusätzlich zu 2.000 Quadratmetern neuer Ausstellungsfläche bringt er dem Kloster nach über 200 Jahren den verlorenen Kreuzgangflügel zurück.

Bevor er Ihnen im Frühjahr 2010 dauerhaft offen stehen kann, wollen wir Ihnen die eindrucksvollen Variationsmöglichkeiten dieses faszinierenden Bautypus durch Bildvergleiche im europäischen Rahmen anschaulich machen.

Die Ausstellung zeigt vom 7. November 2008 bis Mai 2010 zwölf mal zwölf Aufnahmen prominenter mittelalterlicher Kreuzgänge und ist in der Klosterkirche zu sehen.
 


 

Unter einem guten Stern Krippenausstellung

Seit mehr als 600 Jahren erzählen Krippen die Weihnachtsgeschichte auf eigene Weise. Das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur geht dem klösterlichen Ursprung dieses Brauchtums ab 14. Dezember in einer Sonderausstellung auf den Grund.

Die Schau mit dem Titel „Unter einem guten Stern“ zeigt 17 ausgewählte Berchtesgadener und Chiemgauer Krippen aus vier Jahrhunderten sowohl klösterlicher als auch bäuerlicher Herkunft von der Miniatur bis zur Lebensgröße; Krippenfiguren aus Holz, Wachs und Papiermaché; Krippen als Grafik oder Gemälde – darunter traditionelle Darstellungen von Christi Geburt, aber auch ungewöhnliche Szenen wie "Das Haus Nazareth" oder "Der Bethlehemitische Kindermord". Das älteste in Dalheim ausgestellte Exemplar stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Alle gezeigten Krippen kommen aus dem Berchtesgadener und Chiemgauer Land und gehören zur Sammlung Rosi Bauer (Siegsdorf). Sie gelangten durch Schenkung in den Besitz der renommierten Sammlerin, die sie zum Teil restaurierte und neu arrangierte.

Die Schau läuft bis zum 1. Februar 2009.