Luther in der Schule

Das museumspädagogische Programm zur Sonderausstellung "Luther. 1917 bis heute" richtet sich an Schülerinnen und Schüler aller Schulformen und Altersstufen von Klasse 3 bis 13. Die Schwerpunkte der Ausstellung bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte in den Kernfächern Deutsch und Geschichte sowie evangelische und katholische Religion.

Das museumspädagogische Angebot bezieht sich auf die in verschiedenen Lehrplänen geforderte Kompetenzorientierung. Musische, soziale und rhetorische Kompetenzen werden ebenso gefördert wie die methodische Auseinandersetzung mit originalen Zeugnissen der Vergangenheit.

Jedes Programm schließt mit einem praktischen Teil in der Dalheimer Druckwerkstatt.

Der Eintritt in die Sonderausstellung ist für Schulklassen frei.
 


Bruder Martin auf der Spur - Suche nach einem gnädigen Gott
Hätte es vor 500 Jahren schon die Technik von heute gegeben, hätte Martin Luther seine Ansichten vielleicht auch lieber bei Facebook gepostet, anstatt seine Thesen an ein Tor zu nageln, wie es die Legende erzählt. Aber warum war ihm das, was er zu sagen hatte, eigentlich so wichtig, dass er dafür sein Leben riskierte? In der Klausur des ehemaligen Klosters Dalheim kommen die Schülerinnen und Schüler den Fragen auf die Spur, die Martin Luther als Augustinermönch zu stellen begann. Anhand der Sonderausstellung erforschen sie Luthers Weg zu einem individuellen Zugang zu Gott. Ihre Erkenntnisse vertiefen sie in der Druckwerkstatt: Hier entstehen Symbole für ihren eigenen Glauben.

Die Durchführung ist in der Ansprache an das jeweilige Alter (Klassen 3/4 bzw. 5/6) angepasst.

Klassen 3 bis 6
Fächer evangelische und katholische Religion
Dauer ca. 2 Stunden
Materialkosten 0,50 Euro pro Person

Luther feiern? Ökumene und Kirche vor zeitgeschichtlichen Herausforderungen
Kitsch, Kommerz und Kurioses – Andenken und Souvenirs vom Playmobil-Luther bis zur Luther-Socke zeigen, wie populär Martin Luther auch 500 Jahre nach der Reformation ist. Aber warum? Was macht ihn so beliebt? Und, wo stoßen seine Thesen auf Kritik und Ablehnung? Und wie kommt es, dass evangelische und katholische Christen heute das Luther-Gedenken gemeinsam begehen? In Kleingruppen entdecken Schülerinnen und Schüler auf dem Weg selbstständigen Lernens, wie sich jede Zeit ihren Luther geschaffen hat, erarbeiten ihr eigenes Lutherbild und ordnen es in den Gesamtkontext ein. In der Druckwerkstatt werden die Ergebnisse durch das Drucken von Luther-Zitaten oder eigenen „Luther-Standbildern“ vertieft und gesichert.

Klassen 7 bis 9
Fächer evangelische und katholische Religion
Dauer ca. 2 Stunden
Materialkosten 0,50 Euro pro Person

Ein feste Burg… Gottesfurcht und Gottvertrauen
Wirf Dein Anliegen auf den Herrn. Der hat einen breiten Hals und kann‘s wohl tragen. (Martin Luther) Die Jugendlichen entdecken zunächst das mittelalterliche Gottesbild. Dann stellen sie sich die Frage, warum Martin Luther sich auf die Suche nach einem „gnädigen Gott“ gemacht hat. Der Rundgang durch den ersten Teil der Ausstellung fordert die Jugendlichen auf, sich nach ihrem eigenen Gottesbild zu fragen und sich des eigenen Gottvertrauens zu vergewissern. Diese Erkenntnisse werden in der Druckwerkstatt in Wort und Bild vertieft und gesichert.

Klassen 7 bis 9, Konfirmanden- und Firmgruppen
Fächer evangelische und katholische Religion
Dauer ca. 2 Stunden Materialkosten: 0,50 Euro pro Person

Martin Luther: ein Profilcheck - Luthers Image im Wandel der Zeit
Der Wandel des Lutherbildes der vergangenen 100 Jahre deutscher Geschichte verdeutlicht, wie wichtig der sichere Umgang mit Quellen ist. Aber auch, wie politische Instrumentalisierung funktioniert! Nach einer gemeinsamen Einarbeitung in die Grundbedingungen und Auswirkungen der Reformation erarbeiten die Schülerinnen und Schüler selbstständig und arbeitsteilig in Kleingruppen das Image Luthers im Wandel der Zeit: Wie wurde der Theologe Martin Luther nacheinander – und z.T. sogar gleichzeitig – zum Volkshelden, zum „Fürstenknecht“ oder gar zum Vorbild der Nationalsozialisten? Was steckt hinter den vielfältigen Lutherbildern und wie bilden wir unser eigenes? In der Druckwerkstatt vertiefen und sichern die Schülerinnen und Schüler ihre Erkenntnisse durch die Gestaltung von Original-Zitaten der „Machtworte“ Luthers oder eigener Thesen.

Klassen 7 bis 9
Fächer Deutsch, Geschichte
Dauer ca. 2 Stunden
Materialkosten 0,50 Euro pro Person

Zeichen setzen - Die Rolle der Kirchen in Deutschland von 1930 bis heute
Mit den Zeiten wandelt sich auch das Bild des Reformators. Die Schülerinnen und Schüler begegnen der Figur Luther in völlig unterschiedlichen Gestalten: ob als so genannter „deutscher Luther“, den die Nationalsozialisten für ihre Propaganda vereinnahmen, als „Fürstenknecht“ oder später als Anführer der „ersten frühbürgerlichen Revolution“ in der DDR. Welche Rolle spielt bei allem die Kirche? Und welchen Deutungen schließt sie sich an? Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten selbstständig in Kleingruppen die Rolle der Kirche im Nationalsozialismus, in der DDR und in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei werden sie zu einer eigenen Positionierung herausgefordert. Zum Abschluss gestalten die Jugendlichen zur Vertiefung und Sicherung in der Druckwerkstatt ihr eigenes Lutherbild in Form von Karikaturen oder Flugblättern.

Klassen 9 bis 13
Fächer Geschichte, evangelische und katholische Religion
Dauer ca. 2 Stunden
Materialkosten 0,50 Euro pro Person